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Innovation versus Stillstand

Parallel starten die grossen Automessen in Los Angeles und Tokio. Während in den USA wie früher Schwergewichte den Ton angeben, beschäftigt sich Japan mit der Zukunft des Automobils.

Die grossen europäischen Hersteller haben die einfachste Aufgabe: Sie zeigen ihre neuen Modelle ganz einfach gleichzeitig auf der LA Auto Show und der Tokyo Motor Show, die beide vom 22. November bis am 1. Dezember stattfinden. BMW etwa verschifft sein neues 4er-Cabrio in beide Städte. Der Nachfolger des 3er-Cabrios besticht mit eleganter Linienführung und hat ein dreiteiliges Hardtop, das sich in 20 Sekunden öffnet. Auch Porsche feiert eine wichtige Weltpremiere praktisch gleichzeitig auf beiden Kontinenten. Der Macan als kleiner Bruder des Cayenne dürfte vor allem bei uns in Europa die Kundenbasis des Sportwagenherstellers weiter verbreiten. Die siebte Baureihe der Deutschen punktet vor allem bei der Fahrdynamik und bei der Ausstattung. Gespannt darf man auch auf den neuen Mini sein, der in L.A. einen ersten Auftritt hat: etwas rundlicher und dynamischer als bisher, aber immer noch im Retro-Design. Sonst unterscheiden sich die zwei Messen allerdings fundamental. Die US-Hersteller wagen auf ihrem Heimatevent den Spagat: Kleine, sparsame Modelle gibts zwar immer noch, doch auch riesige Trucks feiern ein Comeback. «Bigger» gilt eben bei vielen Amerikanern immer noch als «better» – und unter fünf Metern Länge muss man gar nicht erst den Motor starten. Der neue Cadillac Escalade mit 5,70 Metern Länge passt in dieses Schema, wird aber den Weg nach Europa genauso wenig schaffen wie die ähnlich potenten Chevrolet Suburban oder der GMC Yukon XL. Der neue Ford Edge dagegen gilt in Übersee als kompaktes SUV – wird bei uns aber bald die Ford-Palette nach oben abrunden. In Asien dagegen schauen die Hersteller mutig in die Zukunft: Alterna­tive Antriebe und Mobilitätskonzepte stehen im Zentrum, dazu kommen vernünftige Kompakte für Grossstädte. Honda stellt den Uni-Cub vor, ein elektrisches Einrad, sowie den ultrakompakten N-WGN. Der Honda Accord bekommt einen Plug-in-Hybrid und ein neues kompaktes SUV feiert Premiere. Gespannt darf man auch auf das S660 Concept sein, ein kleiner Flitzer in der sportlichen Tradition der Marke. Auch Suzuki setzt auf der Heimmesse auf den Boom der Kleinwagen: Das Concept Crosshiker ist ein Crossover, der nur 810 Kilogramm wiegt und mit einem Dreizylinder angetrieben wird. Noch etwas exotischer wirkt das kastenförmige Mini-SUV namens Hustler. Toyota setzt voll auf alternative Antriebe. Mit dem FCV Concept stellen die Japaner ein Brennstoffzellenfahrzeug vor, das eine Reichweite von 500 Kilometern hat und bereits 2015 in einer Serienversion auf den Markt kommen soll. Der FV2 ist ein Elektrofahrzeug, das mit Körperbewegungen gesteuert wird. So etwas kommt im technikverrückten Japan besonders gut an.

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