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Internationaler Preis für Dyskalkulie-Programm aus Zürich

Das Rechentrainingsprogramm «Dybuster Calcularis», das von Forschern der ETH und des Kinderspitals Zürich entwickelt wurde, erhält den begehrten Worlddidac Award 2014.

Menschen, die unter einer Rechenschwäche oder Dyskalkulie leiden, können Mengen oder Zahlen weder einschätzen noch miteinander vergleichen und schon gar nicht mit ihnen rechnen. Diese Schwäche führt meist zu beträchtlichen schulischen und später auch beruflichen Nachteilen. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass gezieltes Training zu neuroplastischen Veränderungen im Gehirn führt. Lernende konnten nach nur drei Monaten durchschnittlich über 35 Prozent mehr Rechenaufgaben richtig lösen und dadurch auch ihre Angst vor der Mathematik abbauen.

Jetzt erhält «Dybuster Calcularis» für Kinder und Jugendliche, ein von Forschern der ETH und des Kinderspitals Zürich in Zusammenarbeit mit der Softwarefirma Dybuster entwickeltes Rechenprogramm, den prestigeträchtigen Worlddidac Award 2014. Damit habe das Programm den Schritt vom Forschungsprojekt in den Alltag geschafft, wie es in der Pressemitteilung des Kinderspitals Zürich heisst.

Bedeutende Auszeichnung

Der Preis gilt als die international bedeutendste Auszeichnung für Bildungsressourcen. Er soll Hersteller im Bildungsbereich zu ständiger Innovation motivieren. Eine Lehrer- und eine Expertenjury evaluierten die eingereichten Produkte während fünf Tagen und verliehen «Dybuster Calcularis» den 16. Worlddidac Award in der Kategorie «Informations- und Kommunikations-Technologie». Anfang 2013 wurde das Rechentrainingsprogramm sowohl für Schulen wie auch für Privatpersonen verfügbar gemacht. Zusammen mit der Universität Potsdam und den DRK-Kliniken Berlin hatten die Forschenden des Kinderspitals zuvor dessen Effizienz wissenschaftlich nachgewiesen. Seither ar­bei­te­ten mehr als 5000 Kinder mit «Dybuster Calcularis». Die Lehrerjury fokussierte sich auf die praktische Anwendbarkeit und befand es als «höchst geeignet für den Einsatz in Klassenzimmern».

In der Kindheit entwickeln und spezialisieren sich bestimmte Gehirnbereiche für das Verarbeiten von Zahlen und das mathematische Denken. Bei Kindern mit Dyskalkulie ist diese natürliche Entwicklung verlangsamt oder bleibt sogar zu einem grossen Teil aus.

Ein neuer Weg

Das Rechentrainingsprogramm «Dybuster Calcularis» für Kinder und Jugendliche bietet einen neuen, einzigartigen Weg, das Gehirn bei den notwendigen Lern- und Reifungsprozessen zu unterstützen. Es verbindet dabei moderne Erkenntnisse aus der Entwicklungspsychologie und der Neurowissenschaft mit erprobten Prinzipien der Informationstheorie und Informatik. red

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