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Intime Annäherung an ein Objekt

Chantal Romani fordert dazu auf, dem Fremden ins Auge zu schauen. Ihr Werk «Siamo tutti noi» ist eine Plattform für Begegnungen.

Spaziert man auf den Kunstkasten von Chantal Romani zu, wähnt man die Arbeit noch im Aufbau: Der «White Cube» für künstlerische Interventionen am Katharina-Sulzer-Platz ist wirklich weiss. Hineinschauen funktioniert nicht, doch das nur auf den ersten Blick. Pupillengrosse Sichtfenster sind freigekratzt. In verschiedenen Höhen kann man sich so dem Werk «Siamo tutti noi» annähern. Chantal Romani, 1971 geboren, ist in Luzern und Modena aufgewachsen. Ihr Medium sind meist experimentelle Videoinstallationen, arbeitet sie doch als Dozentin für Video- und Kameratechnik und Video in Zürich. Werke der mehrfachen Kunststipendiatin wurden in Kairo, Tbilisi und Montreal gezeigt. Das Projekt «Siamo tutti noi» realisierte sie bereits 2011 als «schau! fenster» für aktuelle Kunst in Sachseln. Der Betrachter, der die intime Annäherung an das Kunstobjekt nicht scheut, starrt geradewegs in ein fremdes Auge. Nicht alle Augen sind anhand ihrer Form oder Farbe gleich als fremd identifizierbar. Doch spätestens beim arabischen Niqab-Schleier, der ein dunkles Auge umrahmt, wird klar, dass Romani den Passanten hier auffordert, einem Fremden ins Auge zu blicken. «Siamo tutti noi», Chantal Romani, Kunstkasten, Katharina-Sulzer-Platz, bis 29. Märzwww.kunstkasten.ch

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