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Jacqueline Badran lässt die Aktionäre kalt

Die Kurse von Immobiliengesellschaften und Immofonds steigen munter weiter. Die drohende Einschränkung für ausländische Investoren – durch den Vorstoss von Nationalrätin Badran – scheint die Börse nicht zu kümmern.

Droht Ungemach, werfen Aktionäre ihre Papiere auf den Markt. Und Ungemach droht Besitzern von indirekten Immobilienanlagen wie Immoaktien und Immofonds. Geht es nach dem Bundesrat, dürfen ausländische Investoren keine solchen Papiere mehr besitzen. Die Regierung folgt damit zwei Motionen der Zürcher SP-Nationalrätin Jacqueline Badran. Können Ausländerinnen und Ausländer keine solchen Papiere mehr kaufen, so sinkt die Nachfrage, was unweigerlich die Kurse unter Druck setzt. Interessanterweise hielten sich Investoren bisher nicht an dieses Drehbuch. Die Kurse haben seit Anfang Jahr gar um durchschnittlich 6,5 Prozent zugelegt. «Ich spüre am Markt keine Nervosität», sagt Ueli Stähli von der Bank EKI in Interlaken. Der Markt gehe offenbar davon aus, dass die Motionen im Parlament keine Mehrheit fänden, obschon sie der Nationalrat in der Wintersession bereits durchgewunken hat. Ähnlich sieht dies Marco Pisi von der Valiant-Bank in Bern. Pisi geht zudem davon aus, dass die Kurse selbst bei einer Annahme der Motionen kaum auf breiter Front unter Druck gerieten. Der potenzielle Rückgang der Nachfrage aus dem Ausland würde von Schweizer Investoren aufgefangen, namentlich von Pensionskassen, welche ihr Immobilienportefeuille aufstocken möchten. Einzig die Aktien von Swiss Prime Site (SPS) und PSP Swiss Property könnten laut Pisi kurzfristig unter Druck geraten. Die beiden grössten börsenkotierten Immobiliengesellschaften der Schweiz haben einen Ausländeranteil von 30 bis 40 Prozent. Das deckt sich mit einer soeben verfassten Studie der Credit Suisse. «Weil nur wenig Datenmaterial zur Verfügung ist, wird der Einfluss ausländischer Investoren auf dem Immobilienmarkt überschätzt», schreibt die CS. Im Mittel seien weniger als 10 Prozent aller Immoaktien und Immofondsanteile im Besitz von ausländischen Investoren. Das entspreche einem Marktanteil von 0,17 Prozent. Die Marktteilnehmer nehmen also das politische Treiben gelassen. Das gilt nicht für Luciano Gabriel, den CEO von PSP Swiss Property. «Falls so ein Gesetz umgesetzt würde, wäre mit dramatischen Konsequenzen zu rechnen, für alle Immobilienfonds und alle kotierten Immobiliengesellschaften.» Dies sagte der CEO der zweitgrössten Immobiliengesellschaft an der Generalversammlung Anfang April. Man darf seine Aussage als politisches Lobbying abtun.?cch

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