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Jedem Städter sein Gärtchen

Sparmassnahmen können Wege frei machen für innovative Ideen. Sagt man. Der Stadtverbesserer nimmt sich das zu Herzen und denkt laut nach. Hirnen, Mindmaps zeichnen und Handstand machen, und schon kommt die zündende Idee. Wenn schon die Stadtgärtnerei privatisieren, dann richtig! Nicht Privatfirmen sollen übernehmen, sondern Privatpersonen. Urban Gardening heisst das Zauberwort: nachhaltiges Gärtnern inmitten städtischer Flächen. Wie oft schon wurde geschrieben von der Enge der Stadt, von Dichtestress und von der Rückkehr zur Natur. Und wie viele Altstadtsiedler träumen – trotz schmuckem Balkon im Innenhof – vom eigenen Gärtchen mitten im Zen­trum. Gerade hier hat Winterthur Potenzial. Unsere Gartenstadt hat vielleicht nicht viel Geld, dafür haben wir reichlich Pärke und Rabatten. Aufgeteilt in Parzellen, könnten die oft an zentralster Lage liegenden Rasenflächen und Blumenbeete an private Städter vermietet werden. Im Stadtpark würden plötzlich Tomaten spriessen und Radieschen stecken. So wird der wieder in die Mode gekommene Selbstversorgerdrang befriedigt und die Kantinen und Mensen können sich mit ultralokalem Gemüse eindecken. Postmoderne Stadtbauern und Anbauschlacht-Nostalgiker arbeiten Hand in Hand und tun erst noch etwas für ihre Gesundheit. Da Pärke nicht für wenige, sondern für alle sein sollen, wäre die Benutzung der zentralen Parzellen mit Auflagen verbunden: freier Durchgang, Begegnungszonen in der Mitte und einmal im Monat landet das reife Gemüse in der Volksküche. Eine Lösung, von der alle etwas hätten. Die kostspielige Parkpflege entfiele und gingen die neuen Gärtner mal in die Ferien, stünde mit den 27 Privatisierer-Gemeinderäten Aushilfe bereit. Winterthur könnte sich derweil mit einem neuen Namen schmücken: Gärtnerstadt.

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