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Jeden Franken umgedreht

Die Stimmberechtigten zerpflückten das Budget des Hettlinger Gemeinderates am Montag minutiös. Mit dem Resultat, dass das Loch in der Gemeindekasse ein bisschen kleiner ausfällt.

Hettlingen erhält 2014 weniger Geld aus dem Finanzausgleich und muss mehr Geld im Sozial- und Gesundheitsbereich ausgeben. «Vor allem die Pflegefinanzierung bereitet mir Bauchschmerzen», sagte Gemeindepräsident Bruno Kräuchi (FDP), der auch das Ressort Finanzen innehat, an der Gemeindeversammlung vom Montagabend. Die Gemeinde rechnet nächstes Jahr mit einer Zunahme von einem Drittel der Pflegekosten im Altersbereich. Da machen die 100 000 Franken, die der Kanton zur Bildung der Einheitsgemeinde beisteuert, nicht viel wett. Zudem stehen in den nächsten Jahren unter anderem mit der Sanierung der Stationsstrasse oder dem Umbau des Gemeindehauses hohe Investitionen an. «Wir haben die letzten Jahre zu wenig gemacht. Der Investitionsstau wird immer grösser», so Kräuchi. Die 116 Stimmberechtigten mussten ein letztes Mal über die Voranschläge der Primarschul- sowie der Politischen Gemeinde getrennt befinden. Nächstes Jahr verschmelzen sie zur Einheitsgemeinde. Zu reden gab vor allem das Budget der Politischen Gemeinde, das im Entwurf ein Defizit von 515 200 Franken vorsah (Primarschule: siehe Box). Obwohl Kräuchi betonte, 85 Prozent der Ausgaben seien gebunden, nahmen verschiedene Stimmberechtigte Posten um Posten auf der Ausgabenseite unter die Lupe. «Wir müssen jetzt entscheiden, welche Investitionen wichtig sind», sagte Konrad Wepfer, Leiter der GLP Hettlingen. An Ende stimmte die Gemeindeversammlung folgenden Sparanträgen zu: K Gemeindehaus: «Es ist nicht sinnvoll, ein so grosses Projekt wie den Umbau des Gemeindehauses in dieser schwierigen Zeit in Angriff zu nehmen», meinte Rahel Wepfer von der GLP. Sie erreichten mit ihrem Antrag, den Projektierungskredit von 15 000 Franken zurückzustellen, ein Mehr von 56 zu 49 Stimmen. K Stationsstrasse: Der Gemeinderat hätte 2014 in einer ersten Etappe die Stationsstrasse zwischen Bahnhof und Glärnischstrasse sanieren wollen. Zwar wäre die gesamte Vorlage noch an die Urne gekommen. SVP-Präsident Thomas Kläusli erreichte aber eine Zweidrittelmehrheit mit der Idee, das Vorhaben aus der Investitionsrechnung zu streichen. Das entlastet das Budget mit 120 000 Franken für die Projektierung. K Bademeister: Der Gemeinderat wollte nächstes Jahr in der Badesaison von April bis September einen zusätzlichen Bademeister einstellen und budgetierte dafür 50 000 Franken. Er argumentierte mit Sicherheitsvorschriften und mit den überlangen Arbeitstagen im Sommer von bis zu 13 Stunden. Schliesslich sagten 68 Stimmberechtigte Ja zum Antrag von Kläusli und kürzten somit den Lohn des zusätzlichen Bademeisters auf 15 000 Franken. Die Gemeindeversammlung erreichte so, dass das Loch in der Gemeindekasse um 170 000 Franken weniger gross ausfällt. Den Steuerfuss von 32 Prozent für das politische Gemeindegut liess sie hingegen unangetastet.

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