Zum Hauptinhalt springen

Jetzt fängt es wieder von null an

Zwei Spiele haben die Schweizer Eishockeyanerinnen in der Schaiba-Arena ausgetragen, ein Tor aber ist ihnen noch immer nicht gelungen. Obwohl die russischen Zuschauer die Bemühungen der Schweizerinnen mit Schaibu-Rufen unterstützten. Dem 0:5 gegen Kanada folgte gestern ein 0:9 gegen die Amerikanerinnen.

«Seit wir uns für Sotschi qualifiziert haben, wussten wir, was auf uns zukommt», sagte die Winterthurer Verteidigerin Laura Benz. Die beiden nordamerikanischen Teams arbeiten unter professionellen Bedingungen, «wir aber sind Amateure».

Gegen die USA war der grosse Unterschied in den ersten zehn Minuten nicht zu sehen. Da spielten die Schweizerinnen munter mit. «Vielleicht waren sie nervös, als wir so offensiv begannen», meinte die 22-Jährige. Oder vielleicht reizten sie damit auch die Gegnerinnen. Denn die trafen innerhalb von 6:22 Minuten im ersten Drittel dann gleich fünfmal.

«Wenn man einen kleinen Fehler begeht, nützen sie ihn sofort aus», erklärte Laura Benz. Diesen Fehler beging Lara Stalder, als sie in der eigenen Zone die Scheibe verlor. Nach diesem 0:1 «fielen wir in ein Loch». Amanda Kessel nützte das zu drei ihrer total vier Treffer. Sie ist die Schwester des NHL-Spielers Phil Kessel.

«Die Kanadierinnen sind physisch sehr stark, die Amerikanerinnen im Zweikampf» – das alles bekam Laura Benz bisher hart zu spüren. Im ersten Match wurde sie von einem heftigen Check erwischt, den sie nicht hatte sehen können – und den die Schiedsrichterin auch nicht gesehen hatte. Auch gegen die USA musste sie in der 54. Minute für kurze Zeit angeschlagen auf die Bank. Sie war die Schweizerin, die dem Gegner am ehesten physisch etwas entgegenzusetzen hatte.

Aber auch sie musste eingestehen, dass die Gegnerinnen einfach läuferisch und technisch auf einem andern Niveau spielen. Nun aber, mit dem Match am Mittwoch gegen Finnland, «beginnt das Turnier für uns wieder bei null». Das Resultat gegen die Finninnen entscheidet darüber, ob sie in der Halbfinal-Qualifikation auf den Sieger oder den Zweiten der Gruppe mit Russland, Deutschland, Schweden und Aussenseiter Japan treffen. Wenn die Schweizerinnen jenen Match gewinnen, dann spielen sie um eine Medaille.

Von den Bedingungen her steht einem guten zweiten Schweizer Turnierteil nichts im Wege, denn: «Hier ist für die Athleten alles sehr gut und im Vergleich zu Vancouver bequemer. Das Essen ist perfekt», sagte Laura Benz, die zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Sara schon 2010 in Vancouver olympisch war. «Dort war unsere Unterkunft zwar etwas abgelegen, aber wir hatten viel mehr Kontakt mit den Leuten.» (jch)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch