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Jetzt rächt sich die verpasste Internationalisierung

Der französische Autokonzern PSA Peugeot Citroën ist arg in Nöten. Im ersten Halbjahr 2012 brach der Autoverkauf um 13 Prozent ein, der Konzern fuhr einen Verlust von umgerechnet knapp einer Milliarde Franken ein. Nun muss PSA sparen. Unlängst wurde der Abbau von 8000 Stellen angekündigt. Es war eine Hiobsbotschaft für François Hol- lande. Der französische Präsident reagierte mit der Ankündigung eines Massnahmenpakets. Er will die Prämien für Elektro- und Hybridautos erhöhen und das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Südkorea prüfen lassen. Denn dort sitzt mit Hyundai einer der ärgsten Konkurrenten der europäischen Kleinwagenbauer.

Subvention und Protektionismus, lautet Hollandes Medizin. Dass sie etwas nützen könnte, wird von vielen bezweifelt. Denn einseitige Handelshemmnisse wird sich Südkorea kaum gefallen lassen. Und auch wenn Elek- troautos zu den Stärken von PSA gehören: Ihr Marktpotenzial ist zu klein, um das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen. Die bittere Wahrheit ist: PSA hat ein Strukturproblem, das sich auf die Schnelle nicht lösen lässt. Wegen der Euro-Krise sind die Hauptabsatzmärkte in Südeuropa ausgetrocknet. Die Internationalisierung, vor allem den Gang nach China und in die USA, haben die Franzosen verschlafen. Nicht die Produkte und die gewachsene Konkurrenz, sondern die Marktreichweite ist die Wurzel der Probleme. Der extra für China konzipierte Citroën DS9 oder die Eröffnung eines Peugeot-Showrooms in Hongkong nach dreijähriger Abwesenheit sind Anzeichen, dass man das auch bei PSA erkannt hat. (mcl)

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