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«Jetzt sind wir traurig, dass wir zweimal verloren haben»

Was nur will man mit einer Silbermedaille anfangen? Das fragten sich Pfadis Handballer vor zwei Wochen nach dem Cupfinal in Sursee sowie gestern nach dem 0:3 im Playoff-Final in der Deutweg-Eishalle. So schnell wie möglich wieder abziehen, war die Antwort. Denn diese Medaille ist das Zeichen, es nicht geschafft zu haben.

«Wir hätten uns gerne belohnt», bedauerte Julian Krieg, der NLA-Top­skorer. «Das wäre wichtig und schön gewesen fürs Team und für unsere ganze Arbeit.» Pfadi durfte sich über eine, wie der 20-jährige Rückraumschütze Luka Maros sagte, «gute Saison, in der wir eine Zeit lang die Liga dominiert haben und in zwei Finals kamen», freuen. Aber musste sich zugleich ärgern: «Wir hätten diese Saison einfach krönen müssen», sagte Oliver Scheuner, der von einer «Riesenenttäuschung» sprach.

Nach dem Supercup und dem Cup holten die Kadetten auch die dritte und wichtigste Schweizer Trophäe. «Sie haben sich in den Finals gesteigert, während wir nicht mehr das bisherige Niveau erreicht haben», verglich Scheuner, der einzige Spieler, der bei Pfadis Meistertitel 2004 dabei war. «Unsere 8:0-Siegesserie in der entscheidenden Phase zeigt schon, dass wir nicht so schlecht sind», bemerkte Kadettens Markus Baur, der sich jetzt Meistertrainer nennen darf. «Wir waren im richtigen Moment bereit. Es ist nicht so leicht, den Hebel umzulegen», freute sich Assistent Markus Krauthoff. Der ehemalige Pfadi-Kreisläufer spendete Trost: «Es ist keine Floskel: Eine Mannschaft, wie sie Pfadi jetzt hat, braucht Zeit.»

Es sei ein «super Final» gewesen, meinte Schaffhausens Torhüter Arunas Vaskevicius. «Das 3:0 sagt nichts. Wir mussten immer bis zum Umfallen kämpfen.» Nächste Saison tritt der 40-jährige Nationalgoalie Litauens, der hauptverantwortlich für zwei der letzten vier Siege war, mit Pfadi an. «Ich freue mich», sagte Vaskevicius. «Wirklich eine gute Mannschaft, die ja nicht umsonst in beiden Finals war.» Vaskevicius und «die Erfahrung» hätten den Unterschied gemacht, sagte Petr Hrachovec, Pfadis Assistenztrainer und dreifacher Meistertrainer der Kadetten. Die Schaffhauser waren unter dem Strich routinierter «und breiter aufgestellt», wie Pfadis Kevin Jud (21) ergänzte. Er wies auf die Saisonverletzung von Spielmacherkollege Goran Cvetkovic hin: «Mit ihm hätten wir mehr Varianten gehabt.»

Vor der Saison, meinte Hrachovec noch, «hätte ich für zwei Finals unterschrieben. Jetzt sind wir traurig, dass wir zweimal verloren haben. Mit der Zeit werden wir es schon schätzen, was wir zustande gebracht haben. Diese Erfahrungen sind für den Prozess der Mannschaft enorm wichtig.» Und wie sagte doch Kevin Jud: «Irgendwann werde ich realisieren, dass es eine gute Saison war.» Aber nicht gestern, mit der Silbermedaille irgendwo. (ust)

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