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Jugendarbeit im Zen­trum Breitenstein auf wackligen Beinen

Dem Zen­trum Breitenstein laufen die Kunden davon. Den Gemeinden ist das Angebot für Jugendliche zu teuer. Der Ausstieg von Pfungen hat Folgen.

Das Jugendangebot des Zen­trums Breitenstein steht an einem heiklen Punkt. 2010 zählte es vierzehn Gemeinden zu seinen Kunden, heute sind es noch deren zwei. Grundsätzlich hat Matthias Huber (Bild), Gesamtleiter des Zen­trums Breitenstein, drei Jugendtreffs als kritische Grösse markiert. Bei zwei Kunden sollte das überregionale Angebot aus Andelfingen nicht mehr aufrechterhalten werden. «Sehr gut, nur viel zu teuer» Jetzt ist der Fall eingetroffen – für das Jahr 2015 ist nun auch noch Pfungen abgesprungen («Landbote» von gestern). Die Gemeinde hat am 25. August beschlossen, einen eigenen Jugendarbeiter mit einem Pensum von 40 Prozent einzustellen. «Das Angebot ist zwar sehr gut, nur ist es viel zu teuer», begründet Monique Baur, Sozialvorsteherin von Pfungen, den Entscheid. Ein weiterer Kritikpunkt der Gemeinde betrifft die Kostentransparenz des Zen­trums, die laut Baur mangelhaft ist. Für Huber kommt die Hiobsbotschaft aus Pfungen unerwartet: «Das ist eine grosse und unerfreuliche Überraschung», sagt er. Er verstehe die Argumentation nicht. Obwohl schon andere Gemeinden, die das Angebot heute nicht mehr nutzen, die angeblich zu hohen Kosten als Begründung nannten, ist er sich sicher: «Wenn man die volle Kostenrechnung macht, dann sind wir nicht teurer.» Man müsse etwa die Aufwände für Leitung, Kommunikationsaufgaben, das Coaching der Jugendarbeiter oder wichtige Austauschrunden zwischen den Treffs mitberechnen. Dann komme ein vergleichbarer Betrag zustande. Die Offerte aus dem Zen­trum Breitenstein hat auch Kosten aufgeführt, die man modular hätte weglassen können. «Wir haben uns um eine klare Auflistung bemüht und aus Fehlern gelernt.» Kontinuität gefährdet Problematisch war für Pfungen, dass man verschiedene Varianten vor sich liegen hatte. Je nachdem, wie viele Gemeinden das Angebot des Zen­trums Breitenstein künftig gekauft hätten, wären höhere oder tiefere Preise entstanden. Offeriert war eine Version mit drei und eine mit fünf Gemeinden. Der Gemeinderat musste für die Budgetplanung vom teuersten Modell ausgehen. «Es waren einfach zu viele Variablen», sagt Baur, die der Neuerung mit gemischten Gefühlen entgegenblickt. Sie hofft auf organisatorische Chancen, wenn die Jugendarbeit künftig direkt der Gemeinde unterstellt ist. Aber dennoch: «Ich habe Angst um die Kontinuität», räumt sie ein. Für Huber ist klar: «Jugendarbeit ist Beziehungsarbeit und somit Aufbauarbeit. Solche Wechsel bedeuten im Klartext, dass man wieder bei null beginnt.» Auch andere Qualitätseinbussen sieht er kommen: Eine Person alleine könne nicht das abdecken, was sein Team leiste. Dazu gehören beispielsweise Vertretungen im Krankheitsfall, regelmässige Coachings durch Fachpersonal und andere Leistungen, die Pfungen bisher genoss und inhaltlich zufriedenstellend waren. Obwohl das Jugendangebot des Zen­trums Breitenstein nun grundsätzlich in Frage gestellt ist, da Pfungen die als Pilotversuch angelegte Zusammenarbeit 2015 nicht verlängert, will das Zen­trum sein Angebot für Jugendliche vorerst weiterziehen und mit einer Notlösung überbrücken: Geplant sind eine Reduktion der Stellenprozente in der Jugendarbeit und eine Zusammenlegung dieser Stelle mit der Leitung des Angebotes Ferienprogramm. Huber hofft darauf, dass künftig doch wieder mehr Gemeinden dieses Angebot in Anspruch nehmen werden. Interessenten seien vorhanden. Fest steht für ihn, dass bei der Jugendarbeit nicht nur das Geld entscheidend sein sollte: «Qualität ist hier absolut zwingend.»

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