Zum Hauptinhalt springen

Jugendlicher tötet Bruder – noch fehlt Geständnis

Am Freitag hat in Elgg ein 16-Jähriger offenbar seinen 22-jährigen Bruder umgebracht. Der mutmassliche Täter ist ein guter, unauffälliger Schüler und hat sogar eine Lehrstelle.

Der Notruf ging bei der Kantonspolizei am Freitag um 17.15 Uhr ein. Die Polizei traf wenige Minuten später in einem Zweifamilienhaus in Elgg ein. Sie stiess auf einen nicht mehr ansprechbaren 22-Jährigen. Die gleich dar­auf eingetroffene Sanität konnte nur noch seinen Tod feststellen. Schon bald hätten die Ermittlungen auf den jüngeren Bruder als Täter hingedeutet, sagt Polizeisprecher Stefan Oberlin auf Anfrage. Der Schüler wurde noch am Freitagabend in Zürich als dringend Tatverdächtiger festgenommen. Seither sitzt der 16-Jährige in Untersuchungshaft. Ein Geständnis hat er bis gestern nicht abgegeben. Heute wird er der Jugendanwaltschaft übergeben. Hintergründe der Tat und das Motiv seien nach wie vor unklar, so Oberlin. «Ein Unfall kann aber ausgeschlossen werden.» Die Kantonspolizei schweigt sich aus ermittlungstaktischen Gründen über die Tatwaffe aus, die sie sichergestellt hat. Die Familie, die neben den zwei Söhnen eine 20-jährige Tochter hat, sei in Elgg gut integriert, sagt Gemeindepräsident Christoph Ziegler. «In der Gemeinde herrscht grosse Betroffenheit.» Im Moment erhält die Familie professionellen Beistand. «Ist etwas Zeit vergangen, gehe ich auf die Familie zu und biete Hilfe an.» Aus dem Leben gerissen Das Opfer ist ein 22-jähriger Germanistikstudent, der in einer Band gespielt und in einem Winterthurer Club an der Bar gearbeitet hat. Unter Freunden und Bekannten ist der kluge, engagierte und quirlige junge Mann sehr beliebt. Am Samstag wäre seine Band am Chräen-Open-Air in Neftenbach aufgetreten. Der Auftritt wurde jedoch abgesagt. Die Band schreibt auf ihrer Website: «Wir haben nicht nur einen talentierten und kreativen Mitmusiker, sondern auch einen von uns allen sehr geschätzten Menschen verloren.» Sein Bruder, der mutmassliche Täter, sei ein unauffälliger, guter und anständiger Sek-A-Schüler, sagt Gemeindepräsident Ziegler, der auch Lehrer an der Oberstufe Elgg ist. Der 16-Jährige habe auch bereits einen Vertrag für eine Lehrstelle in der Tasche. Die Tat kommt für Ziegler überraschend und ist für ihn völlig unerklärbar. Die Schule will die Lernenden am Montag, unterstützt von Krisenfachleuten, informieren. «Die Schule geht weiter – unter Berücksichtigung des Vorgefallenen.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch