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Käfer vernichten Mallorcas Palmen

Seit sechs Jahren haben die Mallorquiner einen gemeinsamen Feind: Er ist etwa drei Zentimeter gross, heisst Palmrüssler (Rhynchophorus ferrugineus) und richtet an den Palmen auf der spanischen Ferieninsel grosse Schäden an.

Besonders die Kanarischen Dattelpalmen (Phoenix canariensis) sind befallen. Nach Schätzungen des Umweltamtes der Balearen sind auf der Insel durch den Käfer rund 95 Prozent dieser beliebten Zierbäume mit den langen und schlanken Stämmen krank. Diese Palmen wachsen in vielen Patios und auf Plazas, stehen in langen Reihen an Palmas Strandpromenade oder schmücken den Boulevard vor der Alten Fischhandelsbörse, wo im Advent Lichterketten die Nacht erhellen. Die Araber hatten die ersten Exemplare der Dattelpalme vor mehr als 1000 Jahren auf die Insel gebracht. Für sie waren die Bäume ein Zeichen von Wohlstand und Gastfreundschaft. Noch heute sind die eleganten Gewächse der ganze Stolz der Insulaner und das Sinnbild der Ferieninsel. Im Jahr 2006 wurde der Schädling, der eigentlich in Asien beheimatet ist, in kranken Palmen aus Marokko nach Spanien eingeschleppt. Mittlerweile sind auf Mallorca alle Palmenarten betroffen, ausser der einheimischen, niedrig wachsenden Zwergpalme (Chamaerops humilis). Jedes Jahr kommen rund 300 neue Fälle dazu. Der Stadtrat von Palma ist sich uneins darüber, wie die Wahrzeichen und Namensgeber der Stadt am besten zu schützen sind. Viele Mittel wurden schon erprobt: chemische Insektizide, biologische Lösungen und mikroskopisch kleine Parasiten, die Käfer und Eier von innen fressen. Doch meistens blieb als letzte Massnahme nur noch das Fällen. Mehr als 1000 Palmen mussten auf der Insel bereits weichen. (sda)

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