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Kambundji nicht zu stoppen

Nach ihrem 4. Platz über 100 m zog Mujinga Kambundji gestern mit zwei persönlichen Bestleistungen auch in den 200-m-Final ein. In diesem wird die Bernerin heute Abend den Schweizer Rekord von Regula Aebi aus dem Jahr 1988 ins Visier nehmen.

Die Europameisterschaften von Zürich entwickeln sich mehr und mehr zu «Kambundji-Festspielen». Nachdem die 22-jährige Bernerin mit ihren Exploits über 100 m (Gesamtvierte und in 11,32 und 11,20 Sekunden gleich zwei Schweizer Rekorde) aus Sicht der Gastgeber bereits die ersten beiden Tage geprägt hatte, schloss sie gestern über 200 m nahtlos an diese Leistungen an. Trotz dem mehr als intensiven Programm zeigte die Tochter einer Schweizerin und eines Kongolesen im Vorlauf am Vormittag noch keinerlei Ermüdungserscheinungen. Wiederum legte sie den Grundstein für die lockere Halbfinalqualifikation mit einem äusserst explosiven Start – der mittlerweile neben dem strahlenden Lachen zu ihrem Markenzeichen geworden ist. «Ich musste nicht durchziehen – und ich bin sicher, dass es noch um einiges schneller gehen kann», schmunzelte sie nach ihrem Einsatz am Mittag, in welchem sie in ihre persönliche Bestzeit um sieben Hundertstel auf 23,05 Sekunden gesenkt hatte, obwohl sie auf den letzten Metern ausrollen liess. Schneller ging es dann tatsächlich noch. Im Halbfinal verbesserte Kambundji in der sogenannten Evening-Session ihre nur wenige Stunden alte Bestleistung gleich nochmals, diesmal auf 22,94 Sekunden. Allerdings war bei ihr in diesem Lauf erstmals an der Heim-EM so etwas wie Müdigkeit auszumachen. Nach einer wiederum hervorragenden Kurve, in welcher die Schweizer 200-m-Landesmeisterin der Jahre 2009, 2012, 2013 und 2014 gar die 100-m-Europameisterin Dafne Schippers (Ho) unter Druck setzte, musste sie auf der Zielgeraden die Britin Bianca Williams vorbeiziehen lassen. Als die Beine schwer wurden Nach kurzem Bangen – es galt die dritte Serie abzuwarten – stand fest, dass sich Kambundji über die Zeit für den Final von heute qualifiziert hat. «Ich ging davon aus, dass meine Chance über 200 m grösser sind als über 100 m. Aber man muss immer zuerst laufen. Ich war mega nervös und spürte auf der Zielgeraden, dass meine Beine schwer wurden», gab die Studentin nach dem Rennen zu Protokoll. Aufgrund des Gezeigten der letzten Tage braucht man keine hellseherischen Fähigkeiten, um vorauszusagen, dass heute Abend der Schweizer Rekord einer ernsthaften Prüfung unterzogen wird. Dieser steht bei 22,88 Sekunden und ist exakt gestern vor 26 Jahren von Regula Aebi aufgestellt worden. Von den guten Leistungen seiner Teamkolleginnen liess sich Alex Wilson inspirieren – zumindest im Vorlauf. Der Schweizer 100-m-Rekord-Halter (10,12 Sekunden) lief in seinem 200-m-Vorlauf hinter dem Kronfavoriten Christophe Lemaitre und dem Engländer James Ellington in der neuen Saisonbestleistung von 20,61 Sekunden auf den 3. Rang. Im Halbfinal, in welchem es der Basler wiederum mit dem vierfachen Europameister Lemaitre zu tun bekam, reichte die Kraft nicht mehr für einen Exploit. In 20,76 Sekunden kam der 23-jährige gebürtige Jamaikaner nicht über Rang 13 hinaus. Büchel knapp gescheitert Nicht in Erfüllung ging der Traum von der Finalteilnahme auch für Selina Büchel. Die Ostschweizerin verpasste den Einzug in den Endlauf als Neunte allerdings denkbar knapp. Dabei zeigte die 23-Jährige wie schon im Vorlauf wiederum eine taktische Meisterleistung. Von der Aussenbahn, auf welcher sie starten musste, drängte Büchel nach der Startkurve vehement nach innen und hielt den Kontakt zur Spitze bis zur Zielgeraden. Auf den letzten Metern büsste die Vierte der Hallen-WM 2014 noch eine Position ein. In 2:01,80 Minuten blieb die Läuferin des KTV Bütschwil nur gerade 0,38 Hundertstel über ihrer persönlichen Bestzeit und nur 0,21 Sekunden über der Zeit, die für den Final gereicht hätte. Endstation Halbfinal Nach dem überraschenden Einzug in die Halbfinals bedeuteten selbige für die beiden Schweizer Langhürdlerinnen Petra Fontanive und Valentine Arrieta dann auch Endstation. Die Zürcherin Fontanive beendete ihren Zwischenlauf in 57,53 Sekunden auf Rang 8, die Westschweizerin Arrieta wurde in ihrem Rennen in 57,00 Sekunden Siebte. Ohne Wettkampfglück blieb Stabhochspringer Marquis Richards. Der für den TV Arlesheim lizenzierte schweizerisch-amerikanische Doppelbürger begann mit einem souveränen Sprung über 5,40 m zwar optimal, scheiterte in der Folge allerdings dreimal an der 5,50-m-Marke. Gänzlich ohne Chancen auf eine Finalteilnahme war Hammerwerfer Martin Bingisser angetreten. Selbst wenn der Athlet des LC Zürich gestern seine persönliche Bestleistung von 67,90 m geworfen hätte, hätten ihm noch mehr als sieben Meter zu den für den direkten Finaleinzug geforderten 75 Metern gefehlt. Mit erreichten 64,62 m klassierte sich der Bankangestellte an seinem Hochzeitstag und zwei Tage vor seinem 31. Geburtstag abgeschlagen auf dem 21. Rang.

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