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Kampf mit der Maschine

Hohenstein-Ernstthal. Am GP von Deutschland fährt Tom Lüthi auf Platz 6. Dominique Aegerter wird Zehnter und Randy Krummenacher mit zwei gebrochenen Fingern 18.

Tom Lüthi, als Vierter aus der zweiten Reihe so gut wie seit 2005 nicht mehr auf dem Sachsenring gestartet, verlor schon nach zwei Runden den Anschluss an die vierköpfige Spitzengruppe. Doch im Pulk von ursprünglich elf Fahrern lag der 26-jährige Emmentaler bis zur letzten Runde an der Spitze, wurde in der zweitletzten Kurve aber noch von Alex De Angelis mit 7,8 Sekunden Rückstand auf Rang 6 verdrängt. Lüthi verlor einen WM-Rang und ist neu Elfter, weil er von Sieger Jordi Torres und dem zweitplatzierten Simone Corsi überflügelt wurde und er seinerseits nur Takaaki Nakagami überholen konnte.

Er sei «fix und fertig», so Lüthi nach dem Rennen, weil er mehr mit seiner Suter-Maschine (Reifenabnützung, Chattering) als mit den Gegnern zu kämpfen hatte. «Ich brauchte lange, bis ich den Rhythmus gefunden habe. Da waren die Spitzenfahrer schon weg. Und am Schluss merkte ich schnell, dass De Angelis in den letzten zwei Sektoren schneller war als ich. Ich wollte, aber konnte den 5. Rang nicht verteidigen.»

Rasch ins Verfolgerfeld kämpfte sich auch der von Position 18 gestartete Dominique Aegerter. Für einmal konnte der 22-jährige Rohrbacher am Ende aber nicht mehr gross zusetzen. «Einmal kam ich an die vorderen Fahrer näher ran, dann verlor ich wieder Terrain, es war so etwas wie ein ‹Handörgeli›-Rennen.» Mit Rang 10 egalisierte er seine bisher «schlechteste» Saisonleistung von Mugello, bleibt aber der konstanteste Moto2-Pilot mit jetzt 34 von 35 Rennen in den Punkten und konnte in der WM einen Platz auf Kosten von Mika Kallio (Fi) gutmachen. Auf Esteve Rabat (Sp) fehlen auch nur fünf Zähler.

Viel Pech für Krummenacher

Aegerters Teamkollege Randy Krummenacher donnerte im Warm-up von hinten in die Maschine des spanischen Wildcard-Piloten Alex Mariñelarena, der versehentlich den Motor-aus-Knopf gedrückt hatte. Dar­auf schlidderte der 23-jährige Zürcher Oberländer bäuchlings die Start-Ziel-Gerade hoch und brach sich den Zeige- und den Mittelfinger an der rechten Hand. «Am liebsten hätte ich ihm eine gedonnert», erzählte Krummenacher, «zum Glück hat mich mein Teamchef beruhigt.» Dass er im Rennen überhaupt starten konnte, war der Expressarbeit der Mechaniker zu verdanken, welche die Suter-Maschine völlig neu aufbauten.

Verständlich darum, dass nach vier Rennen in den Punkten nur der 18. Rang herausschaute. «Schon nach drei Runden begann sich mein Hinterreifen aufzulösen. Zudem musste ich völlig ungewöhnlich mit den zwei kleinen Fingern bremsen. Das ging eigentlich gar nicht.» Gegen die Schmerzen konnte er nur mit Tabletten vorbeugen, weil eine schmerzstillende Spritze die ganze Hand hätte taub machen können.

Der Sieger Jordi Torres kam in seinen bisherigen 27 Rennen nie über einen 6. Rang hinaus und bescherte dem Turbenthaler Töffkonstrukteur Eskil Suter den zweiten Saisonsieg. Der Spanier war um 2,1 Sekunden schneller als der Italiener Simone Corsi (Speed Up). Das Duo verbesserte sich in der WM auf die Ränge 8 und 10. Pol Espargaro (Sp, Kalex), der als Dritter auch nur 2,4 Sekunden verlor, hat in der WM den Rückstand auf Leader Scott Redding (Gb, Kalex), der nur Siebter wurde, auf 23 Zähler verkürzt. (si)

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