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Kanton lässt Mira nicht fallen

Der Kanton will die Fachstelle Mira weiterhin mit jährlich rund 95 000 Franken unterstützen. Die im Bereich der sexuellen Ausbeutung tätige Stelle leiste wertvolle Arbeit.

Der Fachstelle Mira war vorgeworfen worden, von einem sexuellen Übergriff eines Lehrers in einem Zürcher Kletterzentrum gewusst zu haben. Ausserdem kritisierten CVP, SVP und BDP in einem Dringlichen Postulat im Kantonsrat, dass Mira mit dem Konfrontationsgespräch auf eine «höchst umstrittene Interventionsstrategie» gesetzt habe. Die Parlamentarier forderten deshalb, dass der jährliche Subventionsbeitrag an die Fachstelle sofort gestrichen werde. Der Regierungsrat lehnt dies nun aber gemäss seinem gestern publizierten Bericht auf den Vorstoss ab. Mira habe die Grundlagen für ein erfolgreiches Qualitätsmanagement geschaffen. Die umstrittenen Konfrontationsgespräche werden gemäss Regierungsrat nicht mehr durchgeführt. Der Vorstand der Fachstelle habe sich von dieser Vorgehensweise distanziert. Mira berate nur noch Vereinsverantwortliche beim Vorgehen in einer Verdachtssi­tua­tion. Die Fachpersonen treten nicht mehr in Kontakt mit Opfern oder Beschuldigten.

Steigende Nachfrage

Die Bildungsdirektion hatte 2011 nach der eingegangenen Kritik an der Fachstelle ein Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses hatte ergeben, dass der Verein in der Vergangenheit nicht immer einwandfrei geführt wurde. Eine Sistierung der Subventionen wurde damals aber bereits als ungerechtfertigt eingestuft.

Die Fachstelle musste daraufhin jedoch beim Amt für Jugend und Berufsberatung (AJB) ein Konzept zur Qualitätssicherung einreichen und garantieren, dass sie ein Qualitätsmanagement einführt. Beides habe die Beratungsstelle gemacht, schreibt der Regierungsrat. Ausserdem sei der Vereinsvorstand mit qualifizierten Fachpersonen besetzt worden. Als einen weiteren Grund für die künftige Unterstützung nennt der Regierungsrat die steigende Nachfrage nach den Leistungen der Fachstelle Mira. 2011 war die Anzahl der durchgeführten Kurse um 42 Prozent höher als im Vorjahr. Die Zahl der Mitgliedvereine stieg von 130 (2006) auf 255 (2012).

Aufgrund dieser Tatsachen und der geführten Gespräche ist der Regierungsrat überzeugt, dass Mira zugunsten des präventiven Kindesschutzes im Freizeitbereich «wertvolle, fachlich angemessene und zielgruppengerechte Leistungen» erbringt.

Ins schiefe Licht geriet die Präventionsstelle im Zusammenhang mit dem Fall «Kletterleiter», der vor zwei Jahren Schlagzeilen machte. Damals wurde publik, dass ein Trainer im Kletter­zentrum Greifensee mehrfach sexuelle Übergriffe auf Kinder verübt hatte. Brisant daran war, dass der Mann bei Mira bereits bekannt war. Schon seine früheren Vereine hatten den Verdacht geäussert, mit dem Mann stimme etwas nicht. Mira wurde vorgeworfen, sie habe nicht professionell auf diese Bedenken reagiert, da sie lediglich ein Gespräch gesucht hatte. (sda/red)

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