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Kanton will KSW 349 Millionen für Neubau vorschiessen

Das Kantonsspital hat 30 Jahre Zeit, den Baukredit zurückzuzahlen. Die geplante Privatisierung könnte das Projekt etwas billiger machen.

Dem Kantonsspital Winterthur fehlt es an Platz. Innerhalb der letzten 20 Jahre hat sich die Patientenzahl mehr als verdoppelt. Der Ansturm konnte weder durch Sanierungen noch durch den Bau von Provisorien aufgefangen werden. Es bestehe Handlungsbedarf, konstatiert nun auch der Zürcher Regierungsrat. Er beantragt deshalb beim Kantonsrat einen Baukredit in der Höhe von 349 Millionen Franken. KSW kann Brocken stemmen Das seit längerem vorbereitete Geschäft fokussiert vor allem auf das KSW-Hochhaus, welches nach 45 Betriebsjahren «zahlreiche bauliche und betriebliche Mängel» aufweise. Die Rede ist von Sicherheitsproblemen und zu kleinen Stationen. Der graue Spitalturm soll nun ab 2020 rückgebaut werden. Bis dahin soll der millionenteure Ersatzneubau stehen, falls mit dem Bau im kommenden Jahr begonnen werden kann. Statt Hochhaus soll es zwei lange Gebäude mit teils durchgezogener Fensterfront geben. Das Geld wird vom Kanton nur geliehen, das Spital muss die 349 Millionen innert 30 Jahren zurückzahlen. Grund ist die neue Spitalfinanzierung, welche vor zwei Jahren in Kraft getreten ist. Sie besagt, dass Spitäler für ihre Investitionen selber aufkommen müssen. Ob das KSW einen solchen Millionenbrocken überhaupt stemmen kann, musste der Kanton aber erst abklären. Denn das Winterthurer Spital ist auch eine Art Versuchskaninchen. Es ist das erste Mal, dass die neue Spitalfinanzierung bei einem kantonalen Spital in einem Projekt von dieser Grössenordnung zur Anwendung kommt. Die Gesundheitsdirektion erstellte einen Businessplan und kam zum Schluss, dass die Refinanzierung selbst bei einer schlechten wirtschaftlichen Lage kein Problem darstellen sollte. Wirtschaftsprüfer von der KPMG unterstützten den Befund. Wer hat den besseren Zins? Mit der geplanten Umwandlung des KSW in eine Aktiengesellschaft, habe das Geschäft nichts zu tun, hält man bei der Gesundheitsdirektion fest. Dennoch würden sich die Rahmenbedingungen durch eine Privatisierung verändern. So ginge die Verantwortung für das Bauvorhaben vom Kanton an das KSW über. Geschieht dies in den nächsten Jahren, wäre das KSW für die weitere Baufinanzierung selber verantwortlich und könnte das Geld auf dem freien Kapitalmarkt beschaffen. Weiterhin bestünde jedoch auch die Möglichkeit, beim Regierungsrat ein Darlehen zu beantragen. Die Frage, ob das KSW in diesem Fall den Kanton oder einen privaten Geldgeber als «Bank» wählen soll, hätte aber einen Einfluss auf die tatsächlichen Kosten des Projekts. Denn derzeit sind auf dem freien Kapitalmarkt die Zinsen für ein Darlehen eher tief. Der Kanton kann in diesem Umfeld, zumindest momentan mit einem Zinssatz von 1,75 Prozent, nur schlecht mithalten. Wie der Vergleich in einem Zeitraum von 30 Jahren mit gemittelten Zinssätzen aussieht, ist wieder eine andere Frage. Eine, welche dem KSW am Schluss einen Vorteil von ein paar Millionen Franken verschaffen könnte.

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