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Karsai nominiert umstrittenen Minister als Geheimdienstchef

Afghanistans Präsident Hamid Karsai hat den umstrittenen Grenzschutzminister Asadullah Chalid als neuen Chef des Geheimdienstes nominiert. Die Ernennung des früheren Gouverneurs der Provinz Kandahar, dem Kritiker die Verwicklung in Drogenhandel, Korruption und Folter vorwerfen, muss noch vom Parlament bestätigt werden.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) kritisierte die Nominierung scharf. "Es gibt zahlreiche glaubwürdige Berichte, wonach Asadullah Chalid als Gouverneur der Provinz Kandahar und in anderen Posten Truppen kommandiert hat, die schwere Menschenrechtsverstösse begangen haben", erklärte HRW.

Demnach wird Chalid insbesondere verdächtigt, während seiner Zeit als Gouverneur in Kandahar von 2005 bis 2008 ein Geheimgefängnis betrieben zu haben, in dem Häftlinge gefoltert worden sein sollen. Zudem werden ihm Korruption und Verwicklung in das Drogengeschäft vorgeworfen.

Der HRW-Asiendirektor Brad Adams sagte, seit Jahren hänge "eine dunkle Wolke von Vorwürfen über dem Kopf" Chalids. Seine Bestätigung als Geheimdienstchef durch das Parlament würde die "beunruhigende Nachricht" aussenden, dass die Regierung Folter nicht beenden wolle.

Chalid wies die Vorwürfe zurück. Sie seien "völlig grundlos", sagte der Minister dem Sender Tolo News. Er soll Rahmatullah Nabil ersetzen, der Ende August von Karsai wegen der Zunahme der Gewalt im Land gemeinsam mit den Ministern für Verteidigung und Inneres entlassen worden war.

(sda)

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