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Kaum Stechmückenlarven zurzeit

Der Rhein ist zurzeit etwa 21 Grad warm. Angenehm ist auch, dass es in diesem Sommer nur wenige Stechmückenlarven hat – anders als in den letzten zwei Jahren.

Ellikon am Rhein hat seit über einem Jahr einen Sandstrand. Südlich des Dorfes ist der Damm entfernt und ein Flachufer geschaffen worden. Und weder die Badenden noch die Elliker Bevölkerung brauchen sich zurzeit vor Stechmücken in Massen zu fürchten. Laut Auskunft der kantonalen Baudirektion gibt es momentan keine oder nur ganz wenige Stechmückenlarven in dem Gebiet, wo eine grossflächige Bekämpfung erlaubt wäre. Eine Mückenplage wie 2012 ist nur bei einem Hochwasser zu befürchten. In einem solchen Fall würde die Baudirektion im Gebiet die Larvendichte im Wasser überwachen und allenfalls Sofortmassnahmen ergreifen. Heftiger Protest im Jahr 2012 Vor zwei Jahren herrschte in Ellikon alles andere als Strandidylle. Wutentbrannt protestierten damals viele Bewohner, als massenhaft Stechmücken das kleine Dorf heimsuchten. Schnell glaubten sie einen Schuldigen für die Plage gefunden zu haben – das Thur-auenprojekt. Der Druck auf die kantonalen Projektverantwortlichen stieg derart an, dass diese sich am Ende bei den Ellikern dafür entschuldigten, die Bekämpfung der Stechmücken 2012 versäumt zu haben. Ausserdem versprachen sie damals, die Plagegeister in einer vergleichbaren Situation künftig zu bekämpfen – mit dem Biozid BTI. Das Gift des Bakteriums Bacillus thuringiensis israelensis (BTI) tötet die Larven der Stechmücken ab. Einsatz klar geregelt Die damalige Entschuldigung des Kantons will aber nicht so recht zu seiner gleichzeitigen Aussage passen, wonach die Mückenplage 2012 gar keine Folge des Thurauenprojektes gewesen sei. Doch genau dies ist die zentrale Voraussetzung für einen BTI-Einsatz, dessen Bewilligung bis 2014 gültig ist. Letztes Jahr, als das Hochwasser des ersten Juniwochenendes das Ellikerfeld überflutete und der alte Flussarm der Thur mit Wasser volllief, war diese Voraussetzung erfüllt. Die Überflutung geschah, weil kurz zuvor der Damm am Rhein maschinell abgetragen und das Flachufer modelliert wurde. Da der mit Wasser gefüllte alte Flussarm zur Brutstätte für Stechmücken zu werden drohte, wurde das Biozid BTI erfolgreich eingesetzt. «Das haben sowohl die Nachkontrollen im Gebiet als auch die Rückmeldungen der Einwohner von Ellikon bestätigt», sagt Baudirektionssprecher Wolfgang Bollack. Die Eier von Stechmücken können mehrere Jahre im Boden schlummern, bis eine Überschwemmung sie zum Leben erweckt: Aus den Eiern schlüpfen zuerst die Larven und aus denen später die Mücken. Doch nicht jede Mückenplage im Ellikerfeld wird mit BTI bekämpft. So muss die Überschwemmung auf den entfernten Damm zurückzuführen sein. Die Dammkrone lag auf 347 Meter über Meer. Übersteigt ein Hochwasser diese Höhe, gilt eine anschliessende Mückenplage nicht als Folge des Thurauenprojektes, und es kommt zu keinem BTI-Einsatz – denn in diesem Fall wäre das Ellikerfeld auch mit Damm überschwemmt worden. Auch wenn Grundwasser den alten Flussarm der Thur füllt, gilt dies nicht als projektbedingte Überschwemmung, da dies mit oder ohne Damm geschehen kann. In die Thurauen integriert Das Flachufer und das Ellikerfeld dahinter wurden erst später ins Thurauenprojekt integriert. Der Stromkonzern Axpo musste als Auflage für die neue Konzession 19 Massnahmen zum Ausgleich der Umweltbeeinträchtigung umsetzen, um beim Kraftwerk Eglis-au-Glattfelden weiterhin Rheinwasser durch die Turbinen lassen zu dürfen. Markus Brupbacher

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