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Kein Exploit, aber «gute Perspektiven»

val di fiemme. Die Schweizer Langläufer beendeten die WM-Staffel auf dem zufriedenstellenden 6. Rang; einmal mehr triumphierten die Norweger.

In einem verrückten Staffelrennen über 4×10 km wurden die Karten vor dem letzten Viertel neu gemischt. Von den Favoriten übernahm bei frühlingshaften 12 Grad keiner die Initiative, sie bummelten wie bei einem vorgezogenen Auslaufen. Dies ermöglichte es dem Schweizer Schlussläufer Remo Fischer, in die Spitzengruppe aufzuschliessen, nachdem er mit einer Hypothek von 23 Sekunden ins Rennen gegangen war.

Auf der zweiten von drei Runden machte Fischer in der sechsköpfigen Spitzengruppe das Tempo. Der 31-jährige Zürcher wollte verhindern, dass noch mehr zurückliegende Läufer den Anschluss an den «Bummelzug» schaffen konnten. «In dieser Phase habe ich sicher viel Kraft gebraucht», sagte Fischer, der bedauerte, dass er kurz vor dem Ziel den Finnen Matti Heikkinen vorbeiziehen lassen musste und die Schweiz so nicht wie vor zehn Jahren an gleicher Stätte als Fünfte einlief. Eine kleine Medaillenchance hätte Fischer vor allem dann gesehen, wenn ihm auf seiner vorletzten 3,3-km-Schlaufe jemand bei der Führungsarbeit geholfen hätte.

Die Spitzengruppe blieb zusammen. Als dann der Schwede Calle Halfvarsson und der Norweger Petter Northug das Tempo forcierten, fiel Fischer aus der Entscheidung. Auf der Zielgeraden hatte Halfvarsson gegen die berüchtigte Endschnelligkeit Northugs keine Chance. Bronze sicherte sich Russland vor Italien. Wie 2011 in Oslo musste Olympiasieger Schweden mit WM-Silber vorliebnehmen. Für Norwegen war es an Weltmeisterschaften der siebte Staffelsieg in Serie und der elfte Erfolg an den vergangenen zwölf Titelkämpfen. Mit seinem neunten WM-Gold schloss Northug in der ewigen Bestenliste zu Landsmann Björn Dählie auf.

Zwangsläufig kam nach diesem Finale die Frage auf, wie das Rennen wohl mit Dario Cologna als Schweizer Schlussläufer geendet hätte. Mangels Alternativen musste die Schweizer Equipe ihren Skiathlon-Weltmeister jedoch schon im zweiten Klassisch-Abschnitt einsetzen. Und auf dieser Position verrichtete der bald 27-jährige Münstertaler wertvolle Dienste: Der Leader im Gesamtweltcup, der mit 18 Sekunden Rückstand von Startläufer Curdin Perl in die Loipe geschickt worden war, führte vor dem zweiten Wechsel eine Sechsergruppe mit den Favoriten Norwegen, Schweden und Russland sowie Deutschland und Italien ins Stadion von Lago di Tesero. Wichtig sei gewesen, nach den beiden Klassisch-Abschnitten in der Spitzengruppe dabei zu sein, sagte Cologna. Nach seiner ausgezeichneten Leistung blickt der Bündner dem Fünfziger vom Sonntag optimistisch entgegen – zumal das Schweizer Quartett gestern auch auf sehr gutes Material zurückgreifen konnte.

Mehr taktische Möglichkeiten

Die Schweizer Cheftrainerin Guri Hetland attestierte ihrem Teamleader ein «geniales Rennen» und war mit dem Abschneiden ihrer Staffel sehr zufrieden. «Wir haben gezeigt, dass wir zur Weltspitze gehören. Wir sind nicht weit weg von einer Medaille.» Die Norwegerin ist überzeugt, dass die Schweizer Staffel an den kommenden Grossanlässen aufs Podest laufen kann. Dank den jungen Läufern Roman Furger und Jonas Baumann würden sich mehr taktische Möglichkeiten ergeben. «Die Per­spektiven sind gut», meinte Hetland. (si)

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