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Kein Gassenarbeiter für die Stadt

Das Illnau-Effretiker Stimmvolk sieht keinen Bedarf für einen Gassenarbeiter. Es hat die dafür notwendigen 260 000 Franken gestern deutlich abgelehnt.

In Illnau-Effretikon wird es auch in Zukunft keinen Gassenarbeiter geben. Das Stimmvolk hat dessen Einführung und dem damit verbundenen Rahmenkredit von 260 000 Franken gestern eine deutliche Absage erteilt: Mit 2099 Nein- zu 1529 Ja-Stimmen bei einer Stimmbeteiligung von 37 Prozent schickte es die Vorlage bachab. Roger Schwaller (SVP), Gemeinderat und Mitglied des «Streetworker Nein»-Komitees, zeigte sich gestern auf Anfrage erfreut: «Das zeigt, dass wir im Gegensatz zu den Befürwortern das Volk besser gespürt haben.» Man könne nicht ständig vom Sparen reden und dann trotzdem Geld ausgeben. Ein Streetworker sei nun mal etwas, «das wir uns nicht leisten können». Bereits im Vorfeld zur Abstimmung hatten Vertreter der SVP und der BDP argumentiert, dass Ressourcen bei Stadtpolizei, Jugendarbeit und Schulsozialarbeit vorhanden seien und besser genutzt werden sollten. Und davon ist Schwaller noch immer überzeugt: «Die Polizei soll weniger Radarkon­trollen machen, dafür häufiger patrouillieren.» Denn die Bevölkerung fühle sich zu wenig sicher. «Mehrheit ist zufrieden» Samuel Wüst (SP), Vertreter des Ja-Komitees, wertet das Nein als Zeichen dafür, «dass die Mehrheit der Bevölkerung zufrieden mit der aktuellen Situation ist». Auch sei es schwierig gewesen, den Stimmbürgern Sinn und Zweck sowie Aufgaben eines Gassenarbeiters zu erklären. Hinzu komme, dass in dieser Jahreszeit «praktisch nichts läuft auf der Gasse». Seiner Meinung nach müsste man die Bevölkerung nun fragen, «ob das Geld den Ausschlag für das Nein gegeben hat». Nun werde es die Aufgabe des Stadtrates sein, sich zu überlegen, wie er die Präsenz im öffentlichen Raum trotzdem erhöhen könne. André Bättig (FDP), Ressortvorstand Jugend und Sport, sagt zwar, dass der Stadtrat das weitere Vorgehen werde diskutieren müssen. «Aber ändern wird sich nichts.» Denn die Arbeit auf der Gasse könne ohne neue Stelle nur mit einem Abbau der Leistung an anderen Orten geleistet werden. Denn anders, als BDP und SVP behaupteten, «gibt es weder in der Jugendarbeit noch bei der Stadtpolizei freie Kapazitäten». Überrascht hat das Resultat den Stadtrat nicht, obwohl er dies bedauert, wie er sagt. «Ich hatte eigentlich ein Nein erwartet», sagt Bättig. Es sei schwer gewesen, den Inhalt der Vorlage zu vermitteln. Und am Ende hätten wohl auch die Finanzen den Ausschlag für die Ablehnung gegeben. Ziel des Stadtrates war es gewesen, eine 60-Prozent-Stelle für eine Versuchszeit von drei Jahren zu schaffen. Der «mobile Gemeinwesenarbeiter» hätte Jugendliche zwischen 12 und 30 Jahren im öffentlichen Raum aufsuchen und Projekte mit ihnen realisieren sollen. Zu den Aufgaben hätte auch das Vermitteln zwischen Jugendlichen und Anwohnern gehört. Die Vorlage ist die Antwort des Stadtrates auf Klagen aus der Bevölkerung zu Pöbeleien, Lärm und Littering. SVP und BDP ergriffen nach dem Ja im Parlament das Behördenreferendum.

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