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Kein Platz für grosse Empfänge

Heute fliegen ab Kloten zahlreiche Schweizer Medaillen­aspiranten Richtung Sotschi ab. Sollten sie mit Medaillen zurück-kehren, fehlt wegen Umbauarbeiten der Platz für grosse Empfänge.

Der vierfache Olympiasieger Simon Ammann fliegt heute ab Zürich nach Sotschi. Der erfolgreiche Skispringer sollte gegen 10.45 Uhr in einem Airbus A330 der Fluggesellschaft Edelweiss Air abheben. Mit an Bord sind auch die alpinen Skifahrer, dar­un­ter Didier Défago, Carlo Janka und Lara Gut sowie Medienvertreter und Fans. Der Ab­flug der Eishockey-Nationalmannschaft ist am Donnerstag, am Tag vor der Eröffnungsfeier, vorgesehen. Dann mit einem Airbus der Air Berlin. Die Schweizer Delegation ist so gross wie noch nie. Swiss Olympic hat 163 Athleten gemeldet. Hinzu kommen Trainer und Betreuer. Ein Teil der Athleten ist bereits Mitte letzter Woche mit Linienflügen von Zürich nach Sotschi abgereist. Sie mussten jedoch Umwege in Kauf nehmen. Der erste Direktflug startete am Freitag. Der Airbus A320 der bulgarischen BH Air war bis auf den letzten Platz gefüllt. Auch die weiteren Direktflüge sind praktisch ausgebucht. Insgesamt 15 Direktflüge werden ab Zürich angeboten, durchgeführt von den Fluggesellschaften Edelweiss Air (in Kooperation mit Swiss) sowie von Air Berlin und BH Air. Bis zum 10. Februar sind alle Maschinen ausgebucht. Die meisten fliegen aber bis zum 9. Fe­bruar leer in die Schweiz zurück. Nicht nur Schweizer Sportler Seit den Olympischen Winterspielen in Vancouver im Jahr 2009 organisiert Globetrotter die Reisen der Schweizer Delegation. Für die Olympiade in Sotschi hat der Reisepartner von Swiss Olympic erstmals die Charterflüge selber arrangiert. Ein Grund für die Vielzahl von Direktflügen ist darin zu sehen, dass die Athleten ausgeruht in Sotschi ankommen wollen. Mit Linienflügen hätten sie beispielsweise über Moskau oder Istanbul reisen müssen und wären teilweise erst nachts gelandet, sagt Dany Gehrig, Sprecher von Globetrotter. Dass die Flüge so gefragt sind, freut ihn. «Die Auslastung übertrifft unsere Erwartungen.» Gebucht haben nicht nur Schweizer Sportler und Sportlerinnen, Betreuer und Fans, sondern auch ausländische Athleten. «Wir haben Olympiateilnehmer aus Frankreich, Italien, Kanada, Chile und sogar aus Australien auf der Passagierliste», erklärt Gehrig. Es sind vorwiegend Sportler, die in Europa einen Wettkampf bestritten haben und jetzt über die Schweiz direkt nach Russland reisen. Damit die Athleten und Athletinnen stressfrei abreisen können, werden im Terminal 2 je nach Passagierzahl bis zu sechs Check-in-Schalter für sie reserviert. Doch nicht alle geben dort ihr Gepäck auf. «Teams mit viel Material fahren direkt ins derzeit leer stehende Parkhaus P5 und geben es dort ab», erklärt Gehrig. «Wir befördern es dann zum Terminal.» 100 Fans aufs Mal als Maximum Doch nicht alles gelangt gleichzeitig ans Ziel. Rund 50 Tonnen Material musste mit Lastwagen, per Schiff- oder Luftfracht nach Sotschi transportiert werden. Vor allem das Schweizer Fernsehen, das mit 340 Mitarbeitern vor Ort ist, sah sich gezwungen, einen Teil der Ausrüstung vorzeitig zu verschicken. Allein für die alpinen Skirennen, welche die Schweizer Produktionsfirma TPC mit 42 Kameras aufnimmt, nahmen drei Übertragungswagen sowie fünf Materialwagen den über 5300 Kilometer langen Weg nach Russland unter die Räder. Auch die Bobs wurden bereits mit Lastwagen und Schiff auf die Reise geschickt. Der erste Direktflug aus Sotschi nach Zürich ist am 10. Februar geplant. Gleich sechs Charterflüge sind am 24. Februar, am Tag nach der Schlussfeier, vorgesehen. Wer sich als Fan einen der Sitzplätze gesichert hat, erhält auch die Chance, mit einer Olympiasiegerin oder einem Olympiasieger nach Hause zu fliegen. Wo aber die Fans die siegreichen Athleten bei der Ankunft in der Heimat bejubeln können, ist noch ungewiss. «Bis zu 100 Fans können wir verkraften», sagt Flughafensprecherin Jasmin Bodmer. Einen grösseren Aufmarsch würden die engen Verhältnisse in den Ankunftsbereichen nicht zulassen. Vor allem im Terminal 2, wo gebaut wird, will das Terminal-Management Menschenaufläufe vermeiden. Sicherheit und Betrieb haben Priorität. «Dafür haben wir Verständnis», sagt Daniel Stegmann von Swiss Olympic. Für die Fans soll es dennoch eine Möglichkeit geben, die Olympiahelden gebührend begrüssen zu können. Unter anderem werde mit der Stadt Kloten nach Lösungen gesucht. Diese liess gestern gegenüber Tele Züri verlauten, dass die Sporthalle Ruebisbach zur Verfügung gestellt werden könnte. Bei einem sehr grossen Fan-Aufmarsch wäre auch die Kolping-Arena eine Option.

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