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«Kein politischer Wille»

Im Tösstal liegt die Jugendarbeit seit über fünf Jahren brach. Die einzige Alternative für Jugendliche sind die Midnight-Anlässe.

Das Tösstal ist ein hartes Pflaster für Jugendarbeit. Ein gemeindeübergreifender Verein blieb chancenlos. Nach einer vierjährigen Versuchsphase brachen Sternenberg, Turbenthal, Wila und Zell die Übung Ende 2008 abrupt wieder ab. Kritikpunkte waren etwa rückläufige Besucherzahlen in den Jugendtreffs und die Kosten. Die Gemeinden stellten damals individuelle Lösungen in Aussicht. Passiert ist jedoch wenig. Die Türen zu den Treffs in Turbenthal, Wila und Zell gingen nie mehr auf. «Es ist überhaupt kein politischer Wille zur Jugendarbeit vorhanden», sagt Martin Schaub, ehemaliger Präsident des Vereins Jugendarbeit mittleres Tösstal. Allerdings sei auch kein Druck von den Jugendlichen da. Die einzige Alternative neben den Vereinen sind im Tösstal derzeit die Midnight-Sports-Anlässe, die einst als Ergänzung gedacht waren. In Bauma, Turbenthal und Zell stehen den Jugendlichen in den Wintermonaten jeweils am Samstagabend die Turnhallen offen, damit sie sich aktiv betätigen oder soziale Kontakte pflegen können. Nach anfänglicher Skepsis haben sich diese Angebote etabliert. Für Schaub erfüllen diese ihren Zweck. Der Vorteil: Sie finden in öffentlicher Umgebung statt. Der Nachteil: Dies führt auch zu Reklamationen. Schaub ortet das Problem aber nicht nur bei den Jugendlichen: «Der älteren Generation fehlt einfach auch das Verständnis, dass junge Leute Freiräume brauchen.» Mehrere Anläufe ohne Echo In Wila gibt es gar kein ergänzendes Jugendangebot mehr. Für Gemeindepräsident Felix Moser ist dies «nicht befriedigend». Er hat mehrere Anläufe unternommen, die Jugendarbeit im Dorf wieder zu beleben. Ein Aufruf an die Schüler blieb jedoch ohne Echo. Auch der Elan aus einem Workshop mit Vertretern von Schulen, Elternforen, Kirchen und Polizei verpuffte schnell. In einer Projektgruppe wollte niemand mehr mitmachen. «Der Funken ist nie richtig gesprungen», sagt Moser. Der Zeller Gemeindepräsident Martin Lüdin sieht derweil nicht nur wegen der angespannten Finanzlage wenig Spielraum: «Wenn man die vielen Misserfolge in der Jugendarbeit sieht, stellt sich die Frage, ob man dies auch noch durchspielen soll.» Auch andernorts ist die Jugendarbeit ein Dauerbrenner. In Illnau-Effretikon macht das Sparpaket der Regierung vor ihr nicht Halt. In Brütten hat die Gemeindeversammlung die Jugendarbeit kürzlich wieder eingeführt, nachdem sie einer Budgetkürzung zum Opfer gefallen war.

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