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Keller bleibt gelähmt

Nottwil. Oltens Verteidiger Ronny Keller hat keine Kopf- oder Hirnverletzungen, bleibt jedoch querschnittgelähmt.

Am Donnerstagmorgen, gut 36 Stunden nach dem Vorfall, waren die Fakten unmissverständlich. «Die Folge der schweren Verletzung des vierten Brustwirbels von Ronny Keller wird eine bleibende Querschnittlähmung sein», schrieb das Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) in einer Mitteilung. In Nottwil war Keller noch in der Nacht auf Mittwoch von Spezialisten operiert worden. Derzeit und voraussichtlich noch ein paar wenige Tage liegt der Patient, der laut den SPZ-Ärzten keine Kopf- oder Hirnverletzungen erlitten hat, auf der Intensivstation. Er sei wach, gut ansprechbar und über die Folgen des Unfalls orientiert.

Olten spielt weiter

Kellers wuchtiger Aufprall, kopfvoran in die Bande, wird Einzelrichter Reto Steinmann beschäftigen. Steinmann muss festlegen, ob die regelwidrige Aktion von Stefan Schnyder (Check gegen die Bande), die am Dienstag mit einer Fünfminuten- und einer Spieldauerdisziplinarstrafe geahndet worden war, allenfalls noch eine Sperre rechtfertigt. Die Fernsehbilder zeigen aber, dass Schnyder kaum Verletzungsabsicht unterstellt werden kann. Vielmehr trug eine Verkettung unglücklicher Umstände zu Ronny Kellers Lähmung bei.

Die Halbfinalserie zwischen Langenthal und Olten geht heute wie geplant in die dritte Runde. Die Mehrheit der Oltner Spieler hat sich dafür entschieden, das Duell mit dem Rivalen fortzusetzen.

Schnyder setzt aus

Langenthals Stürmer Stefan Schnyder (29), mit dem sich Keller in der Verlängerung von Halbfinalspiel 2 der NLB-Playoffs den verhängnisvollen Zweikampf in Bandennähe geliefert hat, macht sich grosse Vorwürfe. Er habe die ganze Nacht auf Mittwoch nicht geschlafen und Keller, den er auch neben dem Eis kennt, ein SMS geschrieben, erklärte Schnyder ge­gen­über verschiedenen Medien. «Ich bin mit Ronny in die Ecke gefahren, so wie ich das schon hundertmal in einem Spiel getan habe, und aus einer Verkettung von unglücklichen Umständen ist dieser tragische Unfall entstanden. Ich wollte nur vor ihm an die Scheibe kommen.»

Der SC Langenthal teilte mit, dass Schnyder, unabhängig vom Entscheid des Einzelrichters (Verfahren wurde am Mittwoch eingeleitet) und des weiteren sportlichen Verlaufs, in der Halbfinalserie nicht mehr zum Einsatz gelangen wird. Der Zürcher wird psychologisch betreut.

Vor Keller kannte das Schweizer Profieishockey in der Neuzeit nur einen Fall, in dem ein Spieler querschnittgelähmt blieb: Luganos Pat Schafhauser (heute 41), der ebenfalls kopfvoran gegen die Bande gestürzt war. Mittlerweile ist der US-schweizerische Doppelbürger zweifacher Vater und Assistenzcoach eines Highschool-Teams im Bundesstaat Minnesota. (si)

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