Winterthur

Kesb-Mitarbeiter verleumdet, Strafe auf Bewährung

Mit üblen Briefen und per Telefon hat ein Mann Kesb-Mitarbeiter belästigt. Kurz war er in Haft, nun wurde ein Urteil gefällt.

Der 34-jährige Winterthurer belästigte und beschimpfte mehrere Mitarbeiter der Kesb Winterthur und Andelfingen.

Der 34-jährige Winterthurer belästigte und beschimpfte mehrere Mitarbeiter der Kesb Winterthur und Andelfingen. Bild: Keystone

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Die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland hat einen 34-jährigen Winterthurer kürzlich zu einer Geldstrafe von 9900 Franken verurteilt. Bezahlen muss der Mann die Strafe allerdings nur, wenn er in den nächsten zwei Jah­ren erneut straffällig wird.Der in Winterthur geborene Mann hatte über mehrere Monate hinweg Mitarbeiter der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) der Bezirke Winterthur und Andelfingen verleumdet und beschimpft.

Die Geldstrafe muss er zwar nicht zahlen, dafür die Verfahrenskosten von knapp 3500 Franken.

Begonnen hatte er damit im August 2016, als er der Präsidentin der Kesb einen anonymen Brief in ihren privaten Brief­kasten legte. Darin beschul­digte er eine Winterthurer Kesb-Mitarbeiterin als Prostituierte und richtete weitere, derbe Worte gegen die Frau. Wenige Tage später erhielt die Präsidentin einen ähnlichen Brief, diesmal mit Pädo­philie- und Vergewaltigungsvorwürfen gegen einen ande­ren ihrer Mitarbeiter.

Präsidentin erhielt Briefe

Mit ähnlichen Vorwürfen und derben Beschimpfungen mel­dete sich der Mann im Januar 2017 per Telefon beim Sitz der Kesb am Bahnhofplatz. Und Anfang Februar verschickte er Briefe an mehrere Personen, in denen er die Kesb-Präsidentin persönlich verleumdete und beschimpfte und ihr unter anderem vorwarf, Morde in Auftrag gegeben zu haben.

Vier Tage nach diesem Briefversand, am 10. Februar 2017, wurde der Mann von der Zürcher Kan­tons­polizei festgenommen. Er ver­brachte eine Nacht im Gefängnis. Wie die Ermittler dem Mann auf die Schliche gekommen sind, geht aus dem Strafbefehl nicht hervor, doch sind die im Urteil für einen «Spurenbericht» vermerkten Auslagen der Polizei in Höhe von 2450 Franken relativ hoch.

Hassmails nach Fall Flaach

Den kürzlich rechtskräftig gewordenen Strafbefehl hat der 34-Jährige akzeptiert. Die Geldstrafe muss er zwar nicht zahlen, dafür die Verfahrenskosten von knapp 3500 Franken.

Weshalb der ledige Mann die Taten begangen hatte, erschliesst sich aus dem Urteil nicht. Unklar bleibt, ob er selber in einer Beziehung zur Kesb gestanden hatte.

Nach der Kindstötung im Fall Flaach 2015 kam es vermehrt zu Aggressionen gegen Mitarbeiter der Kesb.

Für die noch relativ junge Be­hörde­ sind derartige Beschimpfungen oder gar Drohungen nichts Neues. Nach der Kindstötung im Fall Flaach 2015 kam es vermehrt zu Aggressionen gegen Mitarbeiter der Kesb. Die Behörde berichtete damals von einer «extremen» Anzahl an Drohungen und Hass­mails. Später habe sich dies wieder beruhigt. Zwei unabhängige Gutachten hatten die Behörde Anfang 2016 von den Vorwürfen im Fall Flaach entlastet.

(Der Landbote)

Erstellt: 17.12.2017, 16:02 Uhr

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