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Kiew lastet Maidan-Blutbad Moskau und Janukowitsch an

Kiew. Die neue ukrainische Übergangsführung macht auch Russlands Geheimdienst für das Blutvergiessen auf dem Maidan verantwortlich.

Die Schüsse vor sechs Wochen im Zen­trum Kiews, durch die fast 90 Menschen getötet wurden, seien vom inzwischen entmachteten prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch angeordnet worden, heisst es in einem gestern vorgelegten Zwischenbericht. Agenten des russischen Inlandgeheimdiensts FSB hätten geholfen «bei der Planung und Umsetzung der sogenannten Anti-Terror-Operation», sagte der ukrai­nische Interimsinnenminister Arsen Awakow. Ein FSB-Sprecher wies die Anschuldigungen aber zurück.

Laut der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft wurden am Mittwoch zwölf Verdächtige der «Schwarzen Einheit» festgenommen – einer Spezialeinheit der mittlerweile aufgelösten Bereitschaftspolizei Berkut.

Kein Rabatt mehr auf Gaspreis

Konfliktpotenzial birgt die Frage russischer Gaslieferungen an die Ukraine, die von Moskau als politisches Druckmittel genutzt werden. Am Dienstag hatte der russische Staatskonzern Gazprom den Gaspreis für Kiew um 44 Prozent erhöht. Gestern verkündete Ministerpräsident Dmitri Medwedew das Ende der Rabattregelung. Diese war 2010 im Gegenzug für die Stationierung der Schwarzmeerflotte auf der Halbinsel Krim getroffen worden.

Russland stellte einen Abzug seiner Truppen von der Grenze zur Ukraine in Aussicht. Sobald die Manöver beendet seien, kehrten die Soldaten in ihre Kasernen zurück, sagte der russische Aussenminister Sergej Lawrow gestern. Zugleich rief er dazu auf, den verbalen Schlagabtausch zwischen Russland und der Nato zu entschärfen.

Moskau: 25 Ukrainer verhaftet

In Russland sollen nach einem Bericht eines kremlnahen Fernsehsenders 25 Ukrainer unter Terrorverdacht festgenommen worden sein. Diese hätten Anschläge auf Militäreinrichtungen in russischen Gebieten geplant. (sda)

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