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Kiew meldet 3 Tote bei Angriff auf Soldaten im Südosten der Ukraine

Bei einem Angriff auf ukrainische Soldaten im Südosten des Landes sind nach Angaben des Innenministers drei Menschen getötet worden. Mitglieder der ukrainischen Nationalgarde hätten in der Stadt Mariupol eine nächtliche Attacke von rund 300 Bewaffneten abgewehrt.

Dabei seien drei Angreifer getötet und 13 weitere verletzt worden, schrieb Innenminister Arsen Awakow am Donnerstag auf seiner Facebook-Seite. Unter den Truppen des Innenministeriums habe es keine Verletzten gegeben, hiess es weiter. 63 Angreifer seien festgenommen worden.

Die genauen Umstände des Zwischenfalls waren unklar. Dem Ministerium zufolge hatten die Separatisten von den Soldaten verlangt, sich ihrem Aufstand gegen die Übergangsregierung in Kiew anzuschliessen.

Die Lage vor allem im Osten der Ukraine hatte sich in den vergangenen Tagen dramatisch zugespitzt, die Situation vor Ort ist unübersichtlich und höchst angespannt. Seit Tagen halten prorussische Kräfte in mehreren Städten Verwaltungsgebäude besetzt. Kiew entsandte am Dienstag die Armee gegen die bewaffneten Gruppen in der Region.

Internationale Konferenz

In Genf soll am Donnerstag bei einer internationalen Konferenz über einen politischen Ausweg aus der Ukraine-Krise beraten werden. Es handelt sich um das erste Treffen, bei dem sich der Aussenminister der ukrainische Übergangsregierung, Andrej Deschtschiza, und sein russischer Amtskollege, Sergej Lawrow, gegenüber sitzen.

An den Genfer Gesprächen nehmen auch US-Aussenminister John Kerry und die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton teil. Vereinbart wurde die eintägige Konferenz am Dienstag vor einer Woche anlässlich eines Telefonats zwischen Kerry und Lawrow.

Meinungen weit auseinander

Auf der Tagesordnung steht nach Angaben der amerikanischen UNO-Botschaft in Genf die territoriale Integrität und Souveränität der Ukraine. Die Meinungen gehen jedoch weit auseinander. Die USA werfen Russland vor, prorussische bewaffnete Gruppen in der Ostukraine zu unterstützen. Moskau wies dies wiederholt zurück und macht die ukrainische Übergangsregierung für die Eskalation verantwortlich.

Russland spricht sich für einen föderalistischen Staat in der Ukraine mit einer weitergehenden Eigenständigkeit für die ethnisch russische Bevölkerung aus. Kiew müsse die Forderungen der Bevölkerung im Südosten der Ukraine respektieren, Verhandlungen zu einer Entspannung der Lage aufnehmen statt sie anzuheizen und Militäroperationen gegen Protestierende stoppen, sagte Lawrow am Mittwoch in Vietnam.

Der ukrainische UNO-Botschafter in Genf, Juri Klimenko, hatte dagegen am Dienstag vor den Medien erklärt, die ukrainische Delegation werde an den Vierer-Gesprächen nicht über eine Föderalisierung der Ukraine sprechen.

(sda)

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