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Kinderlärm in Wohnzone ist zulässig

In einem Stadtzürcher Quartier soll in einem reinen Wohnhaus eine neue Kindertagesstätte ­eingerichtet werden. Im Erd- und Dachgeschoss sollen bis zu 29 Kinder betreut werden. Diese können auch im parkähnlichen Garten spielen.

Bei den Nachbarn, die nur durch eine mit einem allgemeinen Fahrverbot belegte Privatstrasse vom Grundstück getrennt sind, sorgte dies für Beunruhigung. Sie befürchten mehr Lärm; etwa durch den zu erwartenden Mehrverkehr, aber auch durch die im Freien herumtollenden Kinder. Eine Nutzung als Kindertagesstätte sei nicht zonenkonform, hielten die Nachbarn fest und ­gelangten ans Baurekursgericht.

Dieses hat den Rekurs aber zurückgewiesen. Grundsätzlich sei «die Nutzung einer Liegenschaft als Kindertagesstätte mit der Wohnnutzung eng verwandt». Anstelle der Eltern erfolge die Betreuung der Kinder halt durch die Kindertagesstätte. Es handle sich um einen «Quartierversorgungsbetrieb», denn aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung bestehe eine hohe Nachfrage nach Betreuungsplätzen.

Maximal 20 Kinder

Die Kindertagesstätte führt laut Baurekursgericht nicht zu einer übermässigen Lärmbelastung. So sei ja gerade «aufgrund der besonderen Situation mit dem vertraglichen Verbot, den Weg zu befahren, nicht mit einer wesentlichen Zunahme des motorisierten Verkehrs» zu rechnen.

Auch den Kinderlärm hält das Baurekursgericht aus juristischer Sicht nicht für störend: «Der Lärm von Kindern, die in Nachbargärten, Innenhöfen oder auf dem Trottoir spielen, ist für ein Wohnquartier geradezu typisch und wird von der Mehrheit der Bevölkerung als ortsüblich und weniger als störend empfunden», hält das Baurekursgericht in seinem Urteil fest.

Dies sieht auch das Bundesgericht so, das in früheren Urteilen schon festgehalten hatte, dass auch in ruhigen Wohnzonen an Werktagen der Lärm von in der Regel maximal 20 gleichzeitig im Freien spielenden Kindern zu dulden sei. Dies Limite dürfte auch in der neuen Stadtzürcher Tagesstätte eingehalten werden – trotz 29 Plätzen. Sechs bis neun davon seien ja für Babys reserviert, gibt das Baurekursgericht zu bedenken. «Diese halten sich nicht aktiv draussen auf.» Damit dürften sich in aller Regel nicht mehr als 20 Kinder gleichzeitig im Garten aufhalten. og

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