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Kioskbetreiberin verlässt die Badi

Im Badi-Kiosk gibt es einen Wechsel. Regula Grossniklaus gibt den Betrieb nach Unstimmigkeiten mit der Behörde auf. Am 1. Juli übernimmt ein Profi-Caterer.

Regula Grossniklaus ist frustriert. Am Montag wird sie ihren Kiosk im Freibad Grafenwisen in Rickenbach räumen – nur zwei Monate nach Saisonbeginn. «Für mich hat das einfach nicht mehr gepasst», sagt sie. Schon beim Saisonstart lag sie mit der Behörde im Clinch, als sie erfahren hat, dass es ein neues Kassensystem und ohne Absprache weitere Vertragsänderungen geben wird. Zum Beispiel wurden die Saison bis Ende August verlängert und die Öffnungszeiten erweitert. Neu gehört Rickenbach zudem dem Verbund des Winterthurer Sportpasses an, wofür ein neues Kassensystem nötig ist. Weil das dieses aus Sicht von Grossniklaus viel aufwendiger zu bedienen ist als das alte, wollte sie diese Aufgabe nicht übernehmen. «Zudem wollen meine Hilfskräfte das komplizierte System nicht bedienen, weil sie für den Kiosk angestellt sind», sagt sie. «Damit war es für mich kaum möglich, Kasse und Kiosk gleichzeitig zu führen.» Neuen Vertrag abgelehnt Die Gemeinde hat jedoch verlangt, dass sie die Kasse übernimmt, weil sie im Gegenzug dafür keine Pacht für den Kiosk bezahlt. Grossniklaus betreibt diesen auf eigene Rechnung und stellt dafür auch die Eintrittsbillette aus. «Ich weigerte mich, den neuen Vertrag zu unterzeichnen», sagt sie. Zwar hat sie die neue Kasse ab Saisonstart bedient, wartete aber auf einen Lösungsvorschlag der Gemeinde. «Doch dieser kam nicht», sagt sie. Zwar wurde ein Hilfsbademeister mit 40-Prozent-Pensum angestellt, der auch die Kasse bedienen kann. Das habe erst nach einer Lösung ausgesehen. «Aber die Hilfskraft ist ja nur zwei Tage pro Woche hier, die restliche Zeit blieb das Problem bestehen», sagt Grossniklaus. Die Gemeinde wollte das Pensum nicht aufstocken. Küche war überlastet Nach dem Pfingstwochenende kam es schliesslich zum Eklat. Bei den heissen Temperaturen wurde die Badi von Massen besucht. Zudem brach das neue Ticketsystem vorübergehend zusammen. Es bildeten sich Schlangen an der Kasse. Die Küche im Kiosk überlastet. «Ich konnte zeitweise keine Bestellungen für Essen mehr entgegen nehmen, weil Ofen und Friteuse voll waren, die Küche ist für solche Massen nicht konzipiert», sagt die Kioskbetreiberin. Bei der Gemeinde gingen deshalb Beschwerden ein. Schliesslich kam eine Dreierdelegation der Gemeinde unangekündigt in den Kiosk, um ein Gespräch mit Regula Grossniklaus zu führen. «Sie machten mir nur Vorwürfe, ich konnte gar nichts mehr sagen. Sogar Badegäste hätten sie danach auf den Vorfall angesprochen und das Verhalten der Delegation als «unverschämt» bezeichnet. Als die Behörde Grossniklaus am Ende fragte, ob sie noch weitermachen wolle, lehnte sie ab. «Ich hatte genug von der ständigen Kritik», sagt sie. «Ich hatte das Gefühl, dass man nicht mehr an einer Zusammenarbeit mit mir interessiert war.» «Keine Provision geflossen» Daniel Peter, zuständiges Mitglied der Gesundheitsbehörde, sieht die ganze Sache anders. «Das Pfingstwochenende war in allen Badis stressig», sagt er. Aber es habe schon in der Saison 2013, der ersten Saison von Grossniklaus, viele Beschwerden gegeben. Zudem sei die Gemeinde darauf angewiesen, dass die Kiosk-Betreiberin auch die Arbeit an der Kasse übernehme. «Wir können nicht noch zusätzliches Personal anstellen», sagt Peter. Ansonsten müsse die Gemeinde Pacht für den Kiosk verlangen, wie das andernorts üblich sei. Nach geeigneten Lösungen habe man immer wieder gesucht, auch in Gesprächen mit der Kiosk-Betreiberin. In der Tat sei das Interesse an einer Zusammenarbeit am Ende nicht mehr gross gewesen. «Wir möchten, dass der Kiosk so bald wie möglich wieder läuft ohne ständige Beschwerden. Es wäre schön, wenn unsere ‘verlorenen’ Badegäste den Weg in die schöne Badi wieder finden würden.» Inzwischen hat die Behörde mit der «allmann’s Trend Food» mit Sitz in Elsau eine neue Kiosk-Betreiberin zur Hand. Diese ist auch schon in anderen Freibädern der Region aktiv. Auf ihrer Website lockt die Firma mit Provisionen bis zu 10?000 Franken für die Vermittlung geeigneter Standorte. «Eine solche ist bei uns sicher nicht geflossen», sagt Peter. «Wir hatten einfach keine Zeit, die Aufgabe erst auszuschreiben und haben selber jemanden gesucht.» Es sei schwierig, mitten in der Saison Ersatz zu finden. Das habe fast nur ein Profi-Unternehmen mit einer gewissen Grösse leisten können. Am 1. Juli wird nun der neue Betreiber im Kiosk für das leibliche Wohl der Badi-Gäste sorgen. Das Angebot kann jedoch in der Übergangszeit eingeschränkt sein. Ines Rütten

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