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Kirchen gehen an die Winti-Mäss

Nach der Messe an die Messe: Die reformiert und die katholische Kirche veranstalten erstmals einen Gottesdienst an der Winti-Mäss. Man wolle die Menschen besser erreichen, heisst es zur Begründung.

Vom 26. bis am 30. Novemberfindet in der Eulachhalle die 83.Winti-Mäss statt. In diesem Jahrist etwas anders an der Gewerbeausstellung: Erstmals gibt es in der Halle einen Gottesdienst. EinTeam aus reformierten und katholischen Seelsorgern organisierteinen ökumenischen Anlass, der das Gleichnis vom Sauerteigthematisieren wird – «Der Himmelgärt», lautet das Motto. Mit dabei sind die Landfrauen Winterthur (Vereinigung von Bäuerinnen und landwirtschaftsnahen Frauen) und ein Gospelchor. Die Kirche wolle da sein, wo die Menschen sind, sagt Claudia Sedioli, Sprecherin der katholischen Kirche Winterthur. An der Messe könne manmit einem besonderen Programm Personen aus «nicht pfarreinahen Kreisen» erreichen. Die Kritik, die Landeskirchen biederten sich dem Zeitgeschmack an, weist Sedioli zurück. Auch kopiere man nicht die Methoden der Freikirchen: «Dass Leute der Kirche zum Volk gehen, ist nicht neu. Schon im Mittelalter gab es Orden, deren Mitglieder bewusst hinter den Mauern hervortraten.» «Schlug ein wie eine Bombe» Die Idee, an der Winti-Mäss präsent zu sein, stammt derweil nicht von den Kirchen, sondern vom Messeveranstalter. Organisator Andreas Künzli lud die Landeskirchen schon zweimal an die Züri-Oberland-Mäss inWetzikon ein – «und das schlug ein wie eine Bombe». 450 Leute seien dieses Jahr zum Gottesdienst gekommen,berichtet er. Auch in Winterthur,wo der Anlass in einem abgetrennten Bereich der Messehalle stattfindet, wäre genügend Platz für so viel Publikum. Er sei «offen für alles», sagt der Organisator, «das ist ja keine Sekte». Als Veranstalter müsse er darum besorgt sein, viele Aussteller, aber auch viele Leute an seine Messe zu bringen. Im nächsten Jahr ist ein Auftritt des Musikkollegiums geplant- auch das eine ungewöhnliche Neuerung. Die Initiative dazu sei vom Berufsorchester ausgegangen, erzählt Künzli. Mit den Besuchern des Gottesdienstes verdient die Winti-Mäss indessen kein Geld. Weil der Gottesdienst um 9.30 Uhr stattfindet und die Kasse erst ab 10 Uhr besetzt ist, erhalten die Teilnehmer kostenlosen Zutritt zur Messe. Ein regulärer Eintritt kostet sechs bis zehn Franken. Trotzdem profitiere die Messe, glaubt Künzli, denn es gehe auch darum, den Bekanntheitsgrad des Anlasses zu erhöhen. Weitere «neue Ideen» wie den Messeauftritt gibt es bei den Kirchen im Moment nicht. Man habe schon früher die Präsenz an verschiedenen Grossanlässen gesucht, sagt Kirchensprecherin Sedioli. Sie verweist auf das Jubiläum «750 Jahre Stadtrecht», zudem die Kirchen ein eigenes Programm gestalteten. Der Gottesdienst an der Winti-Mäss findet am ersten Adventssonntag statt, dem letzten Ausstellungstag.

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