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Kirchen im Kampf gegen häusliche Gewalt

Mit je 100 000 Franken beschenkt die römisch-katholische Kirche des Kantons Zürich drei gemeinnützige In­sti­tu­tio­nen. Sie tut dies zum zweiten Mal.

Es war keine Eintagsfliege, das Geschenk, das sich die römisch-katho­lische Kirche im Kanton Zürich zum 50. Jubiläum ihrer staatlichen Anerkennung vergangenes Jahr machte: 300 000 Franken verteilte sie zu gleichen Teilen an drei Sozialprojekte, die sich mit der Arbeitsintegration von jungen Menschen befassen. Und vier solcher Verteilaktionen sollten in den kommenden Jahren folgen. Gestern gaben die Verantwortlichen der Kirche die diesjährige Runde bekannt: Zwei der drei ausgewählten In­sti­tu­tio­nen kümmern sich ausschliesslich um Opfer von häuslicher Gewalt. Alle drei haben gemein, dass es sich nicht um kirchliche Projekte handelt, die überdies nur sehr beschränkt von staatlicher Unterstützung profitieren können. Für Frauen und Kinder So gehen 100 000 Franken ans Frauenhaus Zürcher Oberland, zu dem auch eine Fachstelle für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder gehört. Der private Verein lebt im Gegensatz zu anderen Frauenhäusern zu 90 Prozent von Spenden. Der einmalige Beitrag der Kirche soll eine «Anerkennung und Würdigung für das jahrelange Wirken ohne staatliche Unterstützung» sein, wie die Kirche schreibt. Weiter unterstützt sie die Projekte «KidsCare» und «KidsPoint». Um deren Tätigkeit zu verstehen, muss man einen Blick auf das Verfahren im Fall von häuslicher Gewalt werfen. Laut Heinrich Nufer, dem Präsidenten des Trägervereins der beiden Projekte, setzt die Betreuung betroffener Kinder im Falle eines polizeilichen Eingriffs zu spät ein. «Die Polizei rapportiert zwar an die Kindesschutzbehörde und die schaltet die Kinder- und Jugendhilfe ein», so Nufer, «doch bis etwas passiert, dauert es rund acht Wochen.» Ziel der nun unterstützten Projekte ist es, schnell und direkt den Kontakt zu den oft traumatisierten Kindern zu finden. Die dritte im Bunde der unterstützten Organisationen heisst «TikK», ein Kompetenzzentrum für interkulturelle Konflikte. Seine Mitarbeiter vermitteln in Konfliktsi­tua­tio­nen zwischen Einheimischen und Zugewanderten. Dies betreffe laut Geschäftsleiter Hanspeter Fent auch – aber nicht nur – Si­tua­tio­nen von häuslicher Gewalt. Bis 2017 will die römisch-katholische Körperschaft jedes Jahr drei Organisationen beschenken. Einen Strich durch die Rechnung könnte ihr allerdings die Volksin­itia­ti­ve «Weniger Steuern fürs Gewerbe» machen, über die im Kanton Zürich am 18. Mai abgestimmt wird. Sie will die Kirchensteuer für juristische Personen abschaffen. Damit würden der Kirche zu einem grossen Teil jene Mittel wegfallen, die sie für soziale Projekte einsetzt, wie die Vizepräsidentin des römisch-katholischen Synodalrates, Ruth Thalmann, sagt. «Die Wirtschaft leistet ihren solidarischen Beitrag für die Arbeit der Kirchen, die von gesamtgesellschaftlichem Interesse ist», sagte Thalmann, womit sie für ein Nein zur In­itia­ti­ve warb.

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