Zum Hauptinhalt springen

Klage gegen Juan Carlos

Alberto Solá Jiménez hat eine Vaterschaftsklage gegen den abgedankten König Juan Carlos eingereicht. Solá stünde als legitimer Sohn in der Thronfolge vor dem jetzigen König Felipe.

Spaniens oberstes Gericht muss sich erstmals mit einer Klage gegen einen König befassen. Zwar geht es um den abgedankten König Juan Carlos, aber für ihn ist ein nur drei Wochen nach dem Abdanken vom Kongress verabschiedetes Immunitätsgesetz in Kraft. Danach kann nur der Tribunal Supremo über Zulassung von Klagen gegen den Ex-König entscheiden. Und schon liegt ein erster Fall vor: Es geht um die Vaterschaftsklage des 56-jährigen Alberto Solá Jiménez, der sich als Sohn von Juan Carlos sieht.

Zwei angebliche Königskinder

Gerüchte um einen lockeren Lebenswandel von Juan Carlos gibt es seit Jahren. 2012 wurden sie in eine Klageschrift gegossen. Die Belgierin Ingrid Jeanne Satiau (46) und Alberto Solá reichten gemeinsam eine Vaterschaftsklage gegen Juan Carlos ein. Der war damals noch König, und so wies das Madrider Gericht die Klage mit dem Hinweis zurück, dass die Person des Königs als «unverletzlich» bezeichnet wird. Im Klartext: Der König steht über dem Gesetz und kann für nichts zur Verantwortung gezogen werden. Mit Übergabe der Krone an seinen Sohn Felipe geht dieser Schutz auf ihn über. Für Juan Carlos gilt seither das neue eingeschränkte Immunitätsgesetz. Während die Belgierin aufgab, reichte Solá im vergangenen Herbst eine zweite Vaterschaftsklage ein. Bei ihm geht es um mehr als bei Ingrid Satiau. Denn würde er als legitimer Sohn von Juan Carlos anerkannt, dann würde aus ihm sofort «Don Alberto». Er stünde in der Thronfolge an erster Stelle, denn die Regelung besagt nur, dass der älteste Sohn des Königs Thronfolger ist. Ob ehelich oder unehelich, ist nicht festgeschrieben. Inzwischen ist es so, dass immer das erstgeborene Kind – ob Junge oder Mädchen – an erster Stelle steht.

Oberstes Gericht zuständig

Auch Vaterschaftsklage Nummer zwei wurde vom Amtsgericht 34 in Madrid abgewiesen. Aber Solá ging in die Berufung. Nach dem Abdanken seines vermeintlichen Vaters erweiterte er die Klage unter Hinweis darauf, dass Juan Carlos keine Immunität mehr besitze. Sein Fall sollte am 9.September vor Gericht gehört werden. Doch dazu kommt es nicht. Denn seit Veröffentlichung im Staatsanzeiger am 13.Juli ist das Immunitätserweiterungsgesetz in Kraft. Jetzt hat in Sachen Ex-König der Tribunal Supremo das Sagen. Und dieser hat angeordnet, dass alle gegen diesen anhängige Klagen oder sonstige juristische Eingaben «sofort und im Zustand, wie sie sind», an das Oberste Gericht abzugeben seien. Nun muss die Zivilkammer des Höchstgerichts entscheiden, ob an Solás Klage was dran ist. Und auch, ob seinem Antrag stattgegeben wird, für eine DNA-Probe den Leichnam von Juan Carlos’ Vater zu exhumieren. Solás Anwalt macht geltend, der besondere Schutz des Ex-Königs könne nur für dessen Amtsgeschäfte gelten, aber «nicht für das Privatleben».

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch