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«Klassiker» als Langweiler

basel. Meister FCB und der FCZ boten 30 000 Zuschauern einen langweiligen «Klassiker». Und doch waren weder Basler noch Zürcher mit dem 0:0 wirklich unzufrieden.

Der FCB hatte, in seiner jüngeren Vergangenheit und vor allem für Jungtrainer Heiko Vogel ein Novum, drei Pflichtspielniederlagen in Folge hinter sich. Der FCZ war bisher überhaupt noch nicht richtig vom Fleck gekommen, weshalb ihm selbst der Heimsieg gegen Leader FC Sion noch nicht Bestätigung für gedeihliches Fortkommen sein konnte. Diese Ausgangslage prägte dann den Match der beiden Vereine vor grosser Kulisse. Der FCB versuchte zwar, das Spiel zu machen und es auch zu gewinnen. Aber er war in seiner aktuellen Verfassung nicht geeignet, Lösungen zu finden gegen einen Gegner, der das Mitspielen schlicht verweigerte, der eigentlich nur eines wollte: Kein Tor kassieren. So fiel dann auch kein Tor. Die Zürcher hatten zu keiner Zeit eine Chance dafür, was sie überhaupt nicht zu stören schien. Sie waren mehr als zufrieden damit, so stabil zu verteidigen, dass die befürchtete Niederlage ausblieb. Danach können sie beim FCZ erstmals in dieser Saison gar von einer kleinen positiven Serie reden: Sie sind nun seit drei Spielen ohne Niederlage. Da stellt man dann leichter zurück, dass der nächste Gegner, der Stadtrivale GC, nach acht Runden schon fast doppelt so viele Punkte (17 zu 9) gesammelt hat. Aus Basler Sicht darf, was natürlich ungewohnt bescheiden ist, positiv hervorgehoben werden, dass die Mannschaft die Niederlagenserie gestoppt habe. Und das ist in ihrer Lage insofern sehr wichtig, weil die letzten Tage zeigten, welch negative Resonanz es hat, wenn der erfolgsverwöhnte Verein mal ein Ziel verpasst. Und sei es auch ein so hohes wie die Champions League. Dass dies das Selbstbewusstsein der Spieler angegriffen hat, war auch gestern zu sehen. Zwar bemühte sich die Mannschaft – ganz anders als der de- struktive Gegner – um angriffige Aktionen. Aber es war nicht genug, um gegen die «unglaublich massive FCZ-Defensive», wie es Heiko Vogel formulierte, Szenen herauszuspielen, die man mit halbwegs gutem Gewissen Torchancen hätte nennen können. Am ehesten davon sprechen konnte man noch in der 66. Minute, als FCB-Captain Marco Streller den FCZ-Goalie David Da Costa mit einem Distanzschuss zu einer respektablen Parade zwang. Es war halt auch zu spüren, dass die Basler neben Formschwächen wie des auf die Bank verbannten David Degen auch mehrere Ausfälle hinnehmen müssen. Auf jeden Fall sah Vogel die Vorstellung seiner Mannschaft relativ positiv, als er sagte: «Das gibt Selbstvertrauen. Wir haben von Beginn weg klar das Spieldiktat übernommen, Leidenschaft und Engagement gezeigt.» Das sei die «Reaktion gewesen, die ich erwartet habe und eine Leistung, auf der man aufbauen kann.» So kann man die Dinge allerdings nur in einer schwierigen Lage sehen. Deshalb, fügte Vogel bei, müsse jetzt eben «eins nach dem andern» kommen. FCZ-Coach Rolf Fringer fand seine Mannschaft defensiv «überragend». Allerdings hätte er sich «gegen vorne viel mehr erhofft». Dennoch gilt ein 0:0 in Basel gemeinhin als Erfolg – ganz sicher für ein Team wie diesen FCZ mit einem negativen Torverhältnis. (red)

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