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Klein, und dennoch unübersehbar

Lediglich 174 cm misst Mikael Johansson. Trotzdem könnte der Schwede eine der grossen Attraktionen der heute beginnenden NLA-Saison werden. Der von Leksand zu den Rapperswil-Jona Lakers gestossene Center gilt als Spektakelmacher.

Bei beidseitigem personellem Vollbestand auf dem Eis zu-Null spielen, und dann, wenn sich die Chance ergibt, in Überzahl zu agieren, den Sieg erzwingen. So umschreibt Lakers-Trainer Anders Eldebrink seine Idealvorstellung. Die erfolgreiche Umsetzung erfordert drei Dinge: Disziplin, ein gutes Abwehrverhalten und Effizienz im Powerplay.

Die Wichtigkeit des ersten Punkts bläut Eldebrink seinen Spielern täglich ein; denn Disziplin stellt für ihn die Grundlage erfolgreichen Schaffens dar. An der defensiven Stabilität feilt der ehemalige Weltklasseverteidiger ebenfalls hartnäckig. Und für die Umsetzung des dritten Punktes holte er sich Hilfe von aussen – durch die Verpflichtung von Mikael Johansson.

Ein Wunschtransfer

Über welch herausragende Qualitäten er in der Offensive und speziell im Powerplay verfügt, zeigte der neue Stürmer der St. Galler während vieler Saisons in Schwedens Topliga (78 Tore und 202 Assists in 493 Partien), in der er mit Färjestad BK dreimal zu Meisterehren gelangte (2006, 2009, 2011). Nun soll der 29-Jährige auch das Überzahlspiel der Lakers auf Vordermann bringen.

In der Vorbereitung zeigten sich schon mal gute Ansätze, auch wenn vier der sieben Testpartien verloren gingen. «Mikael hat ein sehr gutes Auge. Seine Pässe kommen präzis und scharf. Unser Powerplay funktioniert bereits bestens», zeigt sich Eldebrink erfreut. Generell hat der schwedische Trainer nur lobende Worte für seinen Landsmann übrig. Er verfüge über schnelle Hände, Spielwitz und Übersicht, sei wendig und trickreich. Und ganz wichtig: «Trotz der grossen individuellen Klasse ist er kein Egoist, sondern jemand, der seine Mitspieler besser macht», ergänzt Eldebrink.

Kein Wunder stand Johansson schon seit Längerem auf der Wunschliste der St. Galler. Ein erster Versuch, den Linksschützen dazu zu bewegen, seine Heimat zu verlassen – zum erst zweiten Mal überhaupt in seiner langen Karriere, nachdem er in der Saison 2009/10 erfolglos versucht hatte, in Nordamerika Fuss zu fassen –, scheiterte. Diesmal klappte es, weil «die Zeit reif war für eine Veränderung und ich gute Gespräche mit dem Trainer führte», wie Johansson erklärt. Dass mit Niklas Persson und Nicklas Danielsson bereits zwei Schweden bei den Lakers unter Vertrag standen, war natürlich auch kein Nachteil (mittlerweile ist mit Johan Fransson sogar ein vierter hinzugestossen). «So fühle ich mich fast wie zu Hause. Und am Anfang konnten sie mir helfen, mich hier leichter zurechtzufinden.»

Gut eingelebt

Nach nunmehr sechs Wochen in der Schweiz hat sich Johansson bestens eingelebt. Weit herum kam er zwar noch nicht, doch was er sah, gefiel ihm – speziell der Zürichsee. «In Schweden wohnte ich ja ebenfalls am Wasser, sowohl in Karlstad als auch in Leksand.» Gefallen fand er aber auch am neuen Team. «Die meisten Spieler sind zwar sehr jung, doch auch sehr hungrig und lernwillig. Das sind gute Voraussetzungen, um diesen Klub vorwärtszubringen.»

Ob es schon diese Saison für die Playoff-Qualifikation reiche, hänge stark vom Start ab, glaubt Johansson, und begründet: «Gerade für junge Spieler ist es wichtig, schnell Vertrauen zu gewinnen.» Dass der Saisonstart gegen den Titelverteidiger erfolgt, erachtet Johansson, der die Zürcher in der Champions League gegen seinen Ex-Klub Färjestad beobachtete, als Chance, «da der gesamte Druck auf dem Gegner lastet. Und gut möglich, dass uns die ZSC Lions unterschätzen». Er sei jedenfalls sehr gespannt auf den Saisonstart und voller Vorfreude. «Mir gefällt die Art, wie in der Schweiz Eishockey gespielt wird – offener, offensiver, läuferischer. Das kommt mir entgegen und war mit ein Grund, weshalb ich mich dazu entschied, hierherzukommen», sagt der trickreiche, schlitzohrige Stürmer.

Freuen dürfen sich auch die Zuschauer – vor allem, aber nicht nur die den Lakers zugeneigten. Denn gelingt es Mikael Johansson, sein Potenzial auch auf Schweizer Eis abzurufen, wird er für Aufsehen sorgen – nicht durch seine Grösse, aber durch seine spektakuläre Spielweise.

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