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Kleinbauern orten Fehlanreize

Für die schweizerische Kleinbauernvereinigung setzt die neue Landwirtschaftspolitik des Bundes zu stark auf Grossbetriebe.

Ein Jahr nach dem Inkrafttreten der Agrarpolitik 2014–2017 des Bundes ziehen die Kleinbauern Bilanz: Das Reformwerk und das System der Direktzahlungen stellten für die Landwirtschaft zwar eine grosse Chance dar, sagte Regina Fuhrer, Präsidentin der Kleinbauernvereinigung, gestern vor den Medien. Weil aber die Direktzahlungen stärker nach der Fläche ausbezahlt würden, profitierten Grossbetriebe übermässig. Das kurble den Strukturwandel zulasten von kleineren Betrieben nur noch weiter an.

Abgestufte Beträge

Diese «Fehlanreize» will die Kleinbauernvereinigung nun mit einer Anpassung der sogenannten Versorgungssicherheitsbeiträge korrigieren. Künftig sollen Betriebe für die ersten 10 Hektaren einen besonders grossen Grundbeitrag erhalten, für die Hektaren 10 bis 20 einen etwas tieferen und für die Hektaren 20 bis 30 nochmals einen reduzierten Basisbeitrag. Ab der dreissigsten Hektare soll kein Beitrag mehr ausbezahlt werden. In Franken ausgedrückt, erhielte gemäss diesem Vorschlag ein Kleinbetrieb mit 10 Hektaren Land neu einen Basisbeitrag von 13507 Franken pro Jahr statt 9000 Franken wie heute. Ein Grossbetrieb mit 50 Hektaren käme auf 24313 Franken statt 45000 Franken.

Auf Verordnungsweg

Für Grossbetriebe bedeute der Vorschlag «bedeutend weniger» Beiträge als heute, sagte Fuhrer. Insgesamt zwei Drittel der Betriebe erhielten aber mehr Geld. Die Durchschnittsgrösse eines Schweizer Landwirtschaftsbetriebs beträgt laut der Kleinbauernvereinigung knapp unter 20 Hektaren. Die Korrektur der Versorgungssicherheitsbeiträge könnte auf dem Verordnungsweg vorgenommen werden, sagte Regina Fuhrer. Auf diese Weise wäre es möglich, die Systemänderung per Anfang 2016 vorzunehmen. Es gelte, weg von der Fläche und Grösse und hin zu Wertschöpfung und Qualität zu kommen, sagte die Präsidentin der Kleinbauernvereinigung weiter. Die Schweizer Bevölkerung wolle eine kleinräumig strukturierte Landwirtschaft. Zudem stehe im neusten Weltagrarbericht, dass die Landwirtschaft weltweit vielfältiger, nachhaltiger und kleiner strukturiert werden müsse.

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