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Kleinbuchhändler wehren sich gegen Sparmassnahmen

Die Winterthurer Kleinbuchhändler kämpfen gegen die von der Stadt geplanten Einsparungen beim Bibliothekskredit. Seit dem 31. Mai sammeln sie Unterschriften für eine Petition.

«Der Zuspruch ist gewaltig», freut sich Daniela Binder. Die Geschäftführerin von Obergass Bücher hat gemeinsam mit den Verantwortlichen der beiden anderen Winterthurer Kleinbuchhandlungen, Buch am Platz und Buchhandlung im Schwert, eine Petition gegen das von der Stadt angekündigte Submissionsverfahren lanciert. Mit diesem Verfahren will die Stadt jährlich 200'000 Franken sparen, indem sie die Bibliothekseinkäufe künftig nicht mehr bei den lokalen Geschäften, sondern beim günstigsten Anbieter tätigt. Bereits in den ersten Tagen seien allein in der Buchhandlung an der Obergasse rund 200 Unterschriften zusammengekommen, sagt Binder. 2000 möchte sie gemeinsam mit ihren Mitstreitern bis Mitte Juli zusammenbringen. «Wir hoffen, dass wir die Submission dadurch abwenden können und es einen Runden Tisch gibt.» Dort sollen dann Buchhändler, die Bibliotheken und der Stadtpräsident gemeinsam nach Lösungen suchen. Buchhändler bieten Entgegenkommen an Ihnen allen sei klar, dass die Stadt irgendwo sparen müsse. Aber bevor man den Auftrag international ausschreibe, könne man ja immerhin mal zusammensitzen und verschiedene Szenarien durchspielen. Dabei seien auch die Buchhändler bereit, der Stadt so weit entgegen zu kommen, wie es eben möglich sei. Denn für die Obergass Bücher zum Beispiel würde der Wegfall der Stadtgelder wohl die Streichung von Stellenprozenten oder sogar eines Ausbildungsplatzes bedeuten. «Für uns Kleinbuchhandlungen macht das Geld aus dem Bibliothekskredit bis zu 40 Prozent des Umsatzes aus.» Auch Peter Mönch kämpft gemeinsam mit seinen Berufskollegen gegen die Pläne der Stadt. Doch der Besitzer der Buchhandlung im Schwert wird sein Geschäft, das er seit 28 Jahren betreibt, voraussichtlich im kommenden März auflösen. Grund für das mögliche Aus der Buchhandlung seien keinesfalls schlechte Geschäftsgänge. «Der Laden ist heute nach wie vor erfolgreich und hat nach wie vor interessante Kundschaft.» Die Nachfolgeregelung gestalte sich allerdings schwierig. Lange hat Mönch, der sich altershalber aus dem Berufsleben zurückziehen will, nach einem Nachfolger gesucht. Im Frühling habe es tatsächlich danach ausgesehen, als sei er endlich fündig geworden (der Landbote berichtete). Inzwischen haben er und der potenzielle Nachfolger den Vertrag aber wieder aufgelöst. «Das angekündigte Submissionsverfahren der Stadt ist nicht der einzige Grund dafür gewesen, aber sie war schlussendlich das Tüpfelchen auf dem I.»

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