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Kleine Schwester verhindert Rekord nicht

courchevel. Marlies Schild hat Skigeschichte geschrieben: Mit ihrem 34. Weltcupsieg im Slalom egalisierte sie die Rekordmarke von Vreni Schneider.

Die österreichische Skifamilie Schild erlebte gestern einen perfekten Tag. Seit dem 11. Februar 2012 und ihrem 33. Weltcupsieg im Slalom hatte Marlies erfolglos versucht, sich auf die gleiche Stufe wie Vreni Schneider zu hieven. Nun endlich konnte die 32-jährige Salzburgerin die Lücke zur Glarnerin schliessen.

Für Freude beim Schild-Clan sorgte auch die jüngere Schwester Bernadette. Sie erreichte als Dritte ihren zweiten Podestplatz im Weltcup und hatte nach dem ersten Lauf sogar geführt. Die 23-Jährige war damit die letzte Fahrerin, die hätte verhindern können, dass Marlies mit Vreni Schneider gleichzog. Aber sie wurde nicht zur Spielverderberin. Angesprochen darauf, was passiert wäre, wenn ihr Bernadette den Rekord vermasselt hätte, meinte Marlies Schild schmunzelnd: «Dann hätte es kein Weihnachtsgeschenk gegeben.»

Marlies Schild gab zu, dass ihr ein Stein vom Herzen gefallen sei. «Ich bin zuletzt so oft auf Schneiders Rekord angesprochen worden, dass ich froh bin, dass es vorbei ist», sagte sie. Die Lebenspartnerin von Benjamin Raich erklärte, dass die letzte Saison nicht einfach gewesen sei. So wurde sie von Rückenschmerzen geplagt und bei einem Trainingssturz in Are vor ziemlich genau einem Jahr erlitt sie einen Bänderriss im Knie. Diese Verletzung habe sie beinahe zur Absage der Heim-WM in Schladming gezwungen. Letztlich ging sie doch an den Start, mehr als der 9. Rang im Slalom sollte aber nicht herausschauen.

Schild kam ins Grübeln. Einige hatten sie nach dem letzten Winter fast schon abgeschrieben. In Courchevel nun gab sie auf eindrucksvolle Art eine Antwort. Im Final stürmte sie mit einer traumhaften Darbietung vom 3. Platz aus an die Spitze. «Das Selbstvertrauen ist zurück», liess sie mit strahlendem Gesicht verlauten. Schon 2010 und 2011 hatte sie hier gewonnen.

Frida Hansdotter war die einzige, die einigermassen mithalten konnte. Die Schwedin büsste 0,33 Sekunden ein und verhinderte einen vierfachen ÖSV-Erfolg: Hinter Bernadette Schild folgten auf den Plätzen 4 und 5 Kathrin Zettel und Michaela Kirchgasser.

Schweizer Steigerung

Der Schweizer Slalom-Equipe gelang ge­gen­über dem Auftakt in Levi eine Steigerung. Dort hatte nur Denise Feierabend, als Zehnte, Punkte geholt, nun klassierten sich gleich drei der vier Athletinnen in den Top 20. Wendy Holdener wurde ihrem Ruf als Teamleaderin gerecht. Sie ergatterte mit dem 9. Platz erstmals in dieser Saison Punkte. Nach Rang 13 bei halbem Pensum konnte sie sich im Final um vier Positionen verbessern. «Es ist toll, wenn man auf der Piste kein gutes Gefühl hat und sich trotzdem so weit vorne einreihen kann», meinte Holdener. Noch grösser war der Sprung von Michelle Gisin: Sie machte im zweiten Lauf zehn Plätze gut (von 26 auf 16). Die Engelbergerin realisierte ihr zweitbestes Weltcupresultat. Feierabend belegte den 19. Platz.

Tessa Worleys Saisonende

Grössen wie Mikaela Shiffrin (12.) oder Tina Maze (17.) kamen nie auf Touren. Maria Höfl-Riesch schied im ersten Lauf mit einem Einfädler aus. Sie beschwerte sich, ein auf der Piste liegendes Handy habe sie irritiert. Bei der Jury fand sie mit ihrem Protest ­jedoch kein Gehör. Ihr hatte sich die Chance geboten, Lara Gut an der Spitze des Gesamtweltcups abzulösen.

Eine Schlappe setzte es für den gastgebenden Verband ab. Keine Französin schaffte es in den Final. Dazu passte, dass Tessa Worley, am Sonntag in St. Moritz noch Riesenslalom-Siegerin, die Olympiasaison nach einem schweren Sturz vorzeitig beenden muss. Die 24-jährige Riesenslalom-Weltmeisterin erlitt im rechten Knie Kreuzband- und Meniskusschäden. (si)

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