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Koller solls machen

Nach der Sitzung des Zentralvorstands des Schweizer Fussballverbandes ist auch offiziell klar, dass Marcel Koller neuer Nationalcoach werden soll.

Das Schweizer Fernsehen trieb ums Haus des Fussballs in Muri bei Bern den Aufwand der grossen Stunden. Aber der Entscheid, der von den einen offenbar erwartet worden war, fiel noch nicht. Es ist also noch nicht bekannt, wer nach der WM 2014 in Brasilien Ottmar Hitzfelds Nachfolge antritt. Das ist in Anbetracht des zeitlichen Rahmens auch nicht bedrohlich. Ganz offiziell bestätigt ist mittlerweile immerhin, wen die SFV-Oberen verpflichten wollen. Es ist, keinen überraschts, Marcel Koller, der 52-jährige Zürcher, dessen Vertrag als österreichischer Nationalcoach Ende Jahr ausläuft, den die Österreicher aber genauso gerne halten würden, wie ihn seine Schweizer Landsleute holen wollen. Es liegen also zwei Angebote auf dem Tisch Kollers. An ihm allein ist es, sich zu entscheiden. Es ist davon auszugehen, dass er das zeitnah tut. Von den Österreichern weiss er, dass sie spätestens Anfang November Bescheid haben wollen. Denn sie möchten, dass der künftige Nationalcoach – ob der alte oder der neue – die Mannschaft ins nächste Länderspiel führt, am 19. November gegen die USA. Es wird der erste Vorbereitungsmatch auf die EM-Ausscheidung sein, und am 4. oder 5. November soll das Aufgebot dafür erlassen werden. «Jetzt ist Koller am Zug,» hat Leo Windtner, der österreichische Verbandspräsident, vor zwei Tagen erklärt. «Jetzt liegt der Ball bei Koller», sagte gestern Peter Gilliéron, der Schweizer Verbandspräsident. Der Nationalmannschafts-Delegierte Peter Stadelmann hatte, wie er wiederholt wissen liess, mit Koller verhandelt. Die Swiss Football League, deren Komitee gestern Morgen tagte, hatte offiziell das Vorschlagsrecht. Und nach der zweidreiviertelstündigen Sitzung am späteren Nachmittag war klar, dass sich der SFV nicht mehr zurückhalten, sondern ganz offiziell Koller als seinen Kandidaten und Favoriten nennen wollte. Wenn er zu den, wie es heisst, «SFV-Rahmenbedingungen» zusagt, dann ist er im Sommer 2014 Nationalcoach. Die Österreicher hoffen aber noch immer, Koller setze in der EM-Ausscheidung die allseits geschätzte Arbeit der vergangenen WM-Qualifikation fort. Man kann davon ausgehen, dass der Entscheid Koller nicht leichtfällt. In Österreich hat er etwas aufgebaut und sich viele Sympathien erworben, in der Schweizer Heimat lockt die trotz allem bessere sportliche Perspektive. Gilliéron jedenfalls «geht davon aus», wie er gestern Abend sehr optimistisch sagte, dass die Verpflichtung des Wunschkandidaten klappt. Und dass dies «relativ kurzfristig» der Fall sein werde. Keine Indizien übrigens gibt es bisher, dass Koller seinen Assistenten aus Österreich mitnähme, den Winterthurer Fritz Schmid, langjähriger Assistent Christian Gross’ beim FCB. Und es gibt bisher auch keinerlei öffentliche Äusserungen Kollers zum Thema Stellenwahl.

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