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kommentar Dämpfer für die lokale Wende

von marisa Eggli

Am Anfang stand eine grosse Vision. Winterthur sollte zur Hochburg für erneuerbare Ener­gie­n werden, unverzichtbar für Unternehmen dieser Branche. Eine kleine Kommunikationsagentur wollte diese Idee verwirklichen und lancierte deshalb 2008 zum ersten Mal die Ener­gie­messe Blue-Tech.

Dass diese nun wegzieht, schmerzt. Winterthur hatte für kurze Zeit die Nase ganz vorn und konnte sich schweizweit als Pionierin einen Namen machen. Noch vor der Atomkata- strophe von Fukushima entstand hier eine Plattform für erneuerbare Ener­gie­n, an der sich jeder und jede mit der Ener­gie­wende vertraut machen konnte. Eine Gelegenheit, die in der Bevölkerung Anklang fand: Im Spitzenjahr 2009 hatte die Blue-Tech mehr als 120 Aussteller und fast 10 000 Besucher.

Zwar mag der Stadtrat in der Blue-Tech die Chance erkannt haben, die Leidenschaft für eine neue Ener­gie­zukunft auf die Bevölkerung zu übertragen. Aber er verpasste es in der Startphase, den Initiatoren Türen aufzureissen und die Messe – nebst finanziellen Mitteln – auch mit herzhaften Taten zu fördern; etwa indem er die Ener­gie­wende zur Chefsache gemacht und Winterthurs Vorreiterrolle mitgelebt hätte. Inzwischen sind grössere Messen und engagiertere Städte auf den Geschmack gekommen. Sie haben die Pionierin überholt.

Mit dem Wegzug der Blue-Tech fällt Winterthur bei der Ener­gie­wende wieder ins Mittelmass zurück. Bedauerlich, dass der Verkaufsentscheid just in jenem Herbst gefallen ist, in dem sich das Volk so deutlich für die grüne Wende und eine 2000-Watt-Zukunft ausgesprochen hat.

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