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Kompakter Kraxler mit Familien-Gen

Das hat Suzuki noch gefehlt im Portfolio: Ein etwas grösserer, moderneres und sanfteres SUV wie der SX-4 S-Cross. Dank Allrad passt das Auto perfekt in die Schweizer Autolandschaft.

aufzuräumen. Mit dem bisherigen SX-4 hat der neue S-Cross nicht wirklich viel zu tun. Der normale SX-4 wird zumindest im Moment weiter gebaut. Die Neuheit aus Japan spielt sowieso in einer anderen Klasse. Während die meisten Hersteller fast schon verzweifelt immer kleinere SUVs auf den Markt werfen, hat Suzuki solche schon länger im Sortiment. Und geht nun einen Schritt in die andere Richtung.

Natürlich ist der S-Cross ebenfalls ein ziemlich kompaktes Fahrzeug, nur 4,3 Meter lang, weniger als 1,8 Meter breit und rund 1,6 Meter hoch. Auch das Gewicht ist mit rund 1,2 bis 1,3 Tonnen bescheiden. Trotzdem bietet das SUV Platz für eine ganze Familie samt 430 Litern Gepäck im Kofferraum. Dieser ist zudem mit einem verstellbaren doppelten Ladeboden ausgerüstet. Hinter den Radkästen befinden sich Fächer für Kleinmaterial, das nicht durch den ganzen Kofferraum rutschen soll. Besonders praktisch: Die Behälter lassen sich herausnehmen, wenn man die gesamte Kofferraum-Fläche benötigt. Die Neigung der Rücksitz-Lehnen kann man verstellen – und sie natürlich umklappen. Dann steht ein Laderaum mit bis zu 1269 Litern bereit, allerdings ist die Fläche nur mit eingelegtem Ladeboden ganz flach.

Für den Familienausflug ebenfalls ein Gewinn ist das zweiteilige Panorama-Glasdach, das in der der Topversion serienmässig an Bord ist. Es lässt sich fast komplett öffnen und bringt zumindest den Kindern auf der Rückbank ein wenig Cabrio-Feeling. Sonst darf man im Interieur eine solide Verarbeitung erwarten, aber keine innovativen Ideen oder aussergewöhnliche Designs. Dafür ist alles klar strukturiert und problemlos bedienbar. Das passt ja auch zum unaufgeregten Aussendesign.

Der Suzuki SX4 S-Cross ist auch als reiner Fronttriebler erhältlich, zu einem Kampfpreis ab 19?990 Franken. Das mag in anderen Ländern verlockend sein, in der Schweiz werden 90 bis 95 Prozent der Käufer zum Allradler greifen, der ab 26?990 Franken bei den Händlern steht. Die höchste Ausstattungsversion GL Top ab 31?990 Franken ist durchaus eine Überlegung wert, denn zu diesem Preis ist alles Wünschbare inklusive: Neben dem Panoramadach auch Parksensoren, Navi mit Rückfahrkamera, LED-Lichter, Lederinterieur und schicke 17-Zoll-Felgen.

Das Allrad-System ist übrigens deutlich ausgeklügelter als der Standard in dieser Klasse. Der Fahrer wählt aus vier Modi aus: Im Automatikbetrieb wird die Kraft primär auf die Vorderräder geleitet, was den Verbrauch senkt. Wenn nötig können aber bis 50 Prozent auf die Hinterräder verteilt werden. Der Modus «Snow» stellt die elektronischen Helfer und den 4x4 für leichtes Gelände oder Schnee, mit «Lock» wird die Kraft fix 50:50 verteilt. Wer etwas dynamischer unterwegs sein will, schaltet auf «Sport», worauf das Gaspedal spontaner anspricht.

Allzu viel Dynamik darf man aber nicht erwarten. Das liegt nicht unbedingt am ausgewogenen Fahrwerk, sondern an den etwas saft- und kraftlosen Motoren. Der 1,6-Liter-Benziner mit 120 PS wirkt ausserhalb des städtischen Verkehrs träge, die 5-Gang-Schaltung ist leider etwas unpräzis. Die für 2000 Franken erhältliche stufenlose CVT-Automatik macht es etwas besser, vor allem wenn man sie mit den Schaltwippen in sieben vordefinierten Bereichen schaltet und so das nervige Hochdrehen verhindert. Dem 1,6-Liter-Diesel mit ebenfalls 120 PS kommt das doppelt so hohe Drehmoment und die deutliche knackigere 6-Gang-Handschaltung zu Gute. Der Selbstzünder hinterlässt den deutlich spritzigeren Eindruck bei kurzen Sprints. Ein Blick aufs Datenblatt zeigt jedoch: Mit 14 Sekunden braucht er zwei Sekunden länger auf Tempo 100 als der Benziner. Immerhin sind die Verbräuche bei allen Varianten mit Werten von 3,9 bis 6,8 Litern auf 100 Kilometer sehr moderat.

So ist der in Ungarn gebaute SX4 S-Cross eine kompakte Familienkutsche für jede Witterung. Nicht besonders revolutionär, aber solid und mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Ein wenig spritziger dürfte er sein. Erstaunliche Verkaufszahlen

Vor zehn Jahren verkaufte Suzuki in der Schweiz jährlich rund 2300 Autos. Heute sind es 260 Prozent mehr. Auch die Zahl der Fachhändler hat der Importeur der japanischen Marke, die Emil Frey AG, seit 2003 von 140 auf 213 gesteigert. Für dieses Jahr waren eigentlich 7500 Einheiten geplant, es dürften rund 8500 werden, dar­un­ter rund 1000 neue SX4 S-Cross. Nächstes Jahr rechnet Suzuki mit rund 8500 Verkäufen (2000 S-Cross). Für diese ziemlich erstaunlichen Zahlen sieht Generaldirektor Hanspeter Bachmann verschiedene Gründe, unter anderem das gute Preis-Leistungs-Verhältnis und die intensive Werbung. «Zudem mussten wir auf den Trend hin zu kompakten, effizienten Allradlern nicht erst reagieren, wir haben solche Modelle seit Jahren im Angebot.»

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