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Konkurrenz für Google Maps: Zürcher GIS-Karten

Per Mausklick schauen, ob man in einer Hochwasserzone lebt – der Kanton Zürich hat sein Online-Angebot von über 100 Spezialkarten neu gestaltet.

Ohne Geoinformationsdaten läuft heute fast nichts mehr. Rund 80 Prozent aller Entscheidungen im politischen, wirtschaftlichen und privaten Leben haben einen räumlichen Bezug, wie Wilhelm Natrup, Kantonsplaner und Chef des Amts für Raumentwicklung, gestern vor den Medien ausführte. Die Geoinformation sei zur wichtigsten Technologie für die Entwicklung im 21. Jahrhundert geworden. Um dem wachsenden Bedürfnis nach raumbezogenen Daten Rechnung zu tragen, hat das Geoinformations-System des Kantons Zürich (GIS-ZH) den GIS-Browser neu gestaltet und erweitert. Dieser komme den heutigen Wünschen und Gewohnheiten entgegen und sorge für eine einfachere und intuitivere Bedienung, sagte Natrup. Er stehe auch unter einem gewissen Druck von privaten Anbietern wie Google.

Der GIS-Browser enthält Karten aus Bereichen wie Boden, Wasser, Luft, Vegetation, Verkehr oder Siedlung, die in verschiedenen Massstäben auf den Bildschirm geholt und mit Detailinformationen ergänzt werden können. Auch für Privatpersonen sei der Browser eine hilfreiche Informationsquelle, sagte Jakob Günthard, Leiter des GIS-Zentrums im Amt für Raumentwicklung. Wer wissen will, ob ein Quartier hochwassergefährdet ist, ob es in der Gemeinde Naturschutzgebiete gibt, wo sich Veloparkplätze befinden oder Mobilfunk-Sendeanlagen stehen, kann dies im Netz herausfinden.

Sogar Ausländeranteilskarten

Auskunft gibt der GIS-Browser aber auch über Preisklassen von Grundstücken, Strassenbaustellen oder die Belastung eines Gebietes mit Stickstoffdioxyd. Mit Hilfe der Angaben des Statistischen Amtes kann sogar die Bevölkerungsstruktur samt Ausländeranteil in einem bestimmten Quartier abgefragt werden. Messwerkzeuge erlauben überdies, Längen und Flächen am Bildschirm zu messen.

Das GIS-ZH gibt es seit 1992. Über das Internet zugänglich wurde das GIS aber erst im Jahr 2000 mit dem Tür-zu-Tür-Fahrplan des Zürcher Verkehrsverbundes. Mit dem am 1. November in Kraft getretenen Geoinformationsgesetz sind im Kanton Zürich Geoinformationsdaten grundsätzlich öffentlich zugänglich. Besonders sensible Daten von Polizei oder Feuerwehr werden allerdings auch in Zukunft nicht einsehbar sein. Als Nächstes sollen geografische Daten auch über Smartphones, etwa mit einer Feuerwehr-App, abgerufen werden können. (sda)

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