Business

Kontakte knüpfen, morgens früh um sieben

Der frühere Clubbetreiber, Wirt und jetzige Videofilmer Bernhard Seiffert (60) ist daran, ein neues Netzwerk für Unternehmer aufzubauen. Braucht es das?

Bernhard Seiffert will einen Winterthurer Ableger des internationalen Business-Netzwerks BNI auf die Beine stellen.

Bernhard Seiffert will einen Winterthurer Ableger des internationalen Business-Netzwerks BNI auf die Beine stellen. Bild: Heinz Diener

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Sie führten einst den Club Move, Sie verkauften Snowboards und gaben das Ausgehmagazin «Ruhestörung» heraus. Sie sind von daher bereits bestens vernetzt in der Stadt, wozu also noch ein Business-Netzwerk?
Bernhard Seiffert: Mich hat es das ganze Leben durch gereizt, etwas aufzubauen, was es in Winterthur noch nicht gibt. Das war mit dem ersten Snowboard-Shop so, mit dem mexikanischen Restaurant Chimichanga oder auch mit der Winterthurer Dance Night. Und nun wollen wir einen Winterthurer Ableger des internationalen Business-Netzwerks BNI auf die Beine stellen. Das ist neu hier.

Reichen der KMU-Verband, die Rotary- und die Lions Clubs sowie all die anderen Business-Vereinigungen nicht? Braucht es noch einen neuen Club?
Die Frage ist berechtigt, und viele von uns sind auch in anderen bereits bestehenden Vereinigungen aktiv. Es ist einfach eine gute Gelegenheit, einmal wöchentlich am morgen früh um halb sieben andere Unternehmer zu treffen und Kontakte zu knüpfen.

Sie als langjähriger «Ruhestörer» und Wirt betreiben morgens um halb sieben schon Business?
Ich dachte zuerst auch: Spinnen die, so früh am Morgen? Ich wurde vor etwa sechs Jahren zu so einem Treffen nach Zürich eingeladen und sagte beim zweiten oder dritten Mal dann auch zu. Ich kam in einen Raum mit 30 oder 40 Personen, alles Unternehmer und Unternehmerinnen, KMUler, auch Einzelpersonen aus allen Branchen. Man redet miteinander, tauscht sich aus, da ergeben sich schnell Kontakte, die auch dem Geschäft helfen.

«Man tauscht sich aus, da ergeben sich schnell Kontakte, die auch dem Geschäft helfen.»Bernhard Seiffert, früher «Ruhestörer», heute Videofilmer

Gibts jeweils ein Aufnahmeverfahren? Muss man einen Götti haben, der für einen einsteht?
Man stellt einen Antrag, dann werden Referenzen geprüft, man fragt dich: Was kannst du bringen, was hast du für Kontakte, die anderen weiterhelfen können? Zum Beispiel zu einem Redaktor der Zeitung. Mir gelang dank diesem neuen Netzwerk der Sprung nach Zürich. Ich habe dadurch meinen Markt erweitern können.

Und nun wollen Sie das BNI-Netzwerk in Winterthur etablieren. Mit einer Ortsgruppe oder einem Chapter, wie das im Amerikanischen heisst?
Heute sagen wir eher Unternehmerteam als Ortsgruppe. Aber ja: Nach ein paar Jahren habe ich nun Lust, das auch in Winterthur aufzubauen. In der Schweiz ist BNI seit etwa 2005 vertreten.

BNI Schweiz protzt ja online geradezu mit Zahlen: 2224 Mitglieder, 70 Unternehmerteams, 256 Millionen Franken generierter Umsatz. So offensiv sind die anderen Netzwerke nicht.
Richtig, das sehe ich auch so. Aber das bedeutet nicht, dass wir irgendwelche Provisionen an die Organisation abliefern müssen. Ich zahle jährlich 1500 Franken Mitgliedsbeitrag und etwa 1200 Franken Frühstückskosten für die Meetings im Technopark.

«Wir müssen als Gruppe auch das Recht haben zu sagen: Ich mag dich ja persönlich, aber der Gruppe bringt das nichts.»Bernhard Seiffert

Morgens früh um halb sieben . . .
Genau, jeden Donnerstagmorgen. Wir sind derzeit etwa 30 Personen, wir essen, plaudern, um sieben klingelts, dann läuft das Meeting strukturiert ab. Jeder sagt, was er tut und was er sucht.

Können Interessierte einfach mal vorbeischauen oder brauchts eine Einladung?
Grundsätzlich stehen wir allen offen, aber wir möchten, dass sich Besucher zuvor anmelden. Wir sollten vorab wissen, wie viele Teilnehmer wir erwarten dürfen.

Wächst so eine Gruppe einfach weiter oder gibts Grenzen?
30 bis 50 Personen sind wahrscheinlich ideal, um in gutem Kontakt zu bleiben. Zudem gilt die Regel: Du bist immer nur für ein Jahr dabei. Wir sind wie eine Fussballmannschaft: Wenn einer mal keine Lust mehr hat, zum Training zu gehen, wird er vom Trainer auch nicht mehr aufgestellt. Wir müssen als Gruppe auch das Recht haben zu sagen: Ich mag dich ja persönlich, aber der Gruppe bringt das nichts.

Oha, strenge Sitten. Wer entscheidet über einen Ausschluss?
Ein Mitgliederausschuss, die Ämter wechseln jährlich. Jeder übernimmt irgendwann eine Charge, damit stets frisches Blut in die ganze Gruppe kommt.

Erstellt: 25.10.2018, 09:28 Uhr

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