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Konzentrationsschwäche mit bösen Folgen

winterthur. 56 Sekunden der Konfusion kosteten den HC Rychenberg im ersten Halbfinalspiel seine 5:3-Führung und mündeten in eine 6:8-Niederlage gegen Alligator Malans.

Vor einer – zahlenmässig wie punkto Stimmung – enttäuschenden Kulisse von 490 Zuschauern lieferten sich der HC Rychenberg und Qualifikationssieger Alligator Malans in Maienfeld eine erste Halbfinalpartie, die mehr von der Spannung und ihrer physischen Intensität lebte als von spielerischen Höhepunkten. Die Vorentscheidung fiel in der Mitte des Schlussdrittels, genauer gesagt zwischen der 47. und der 53. Minute, als sich die beiden Kontrahenten einen offenen Schlagabtausch lieferten.

Zuerst sah es gut aus für die Winterthurer: 13 Minuten waren noch zu spielen, als Verteidiger Mikael Lax den HC Rychenberg mit seinem zweiten von drei Toren 5:3 in Führung schoss. Erstmals lag danach eine Mannschaft mit mehr als einem Tor voran und der HCR schien auf bestem Weg, gleich im Startspiel der Best-of-7-Serie das Break zu schaffen.

Doch es kam anders. Den Sieg vor Augen verpasste das Team von Rolf Kern zuerst das 6:3, das vermutlich der Todesstoss gewesen wäre, und leistete sich danach eine folgenschwere Konzentrationsschwäche. Die defensive Zuordnung ging verloren, was die Bündner um die 50. Minute zu drei Toren innert 56 Sekunden zu nutzen verstanden. Rychenbergs Trainer reagierte mit dem Timeout und nur zwölf Sekunden später gelang Lax der Ausgleich zum 6:6.

Doch Malans besass nun Oberwasser und konnte in der 53. Minute wieder vorlegen. Und auf diesen neuer­lichen Rückstand fanden die Winterthurer keine passende Antwort mehr. Einen Spieler auf der Strafbank und den Goalie durch einen Feldspieler ersetzt, mobilisierten sie in den Schlussminuten nochmals alle Kräfte und drückten auf den erneuten Ausgleich. Sämtliche Abschlussversuche blieben jedoch in der vielbeinigen Abwehr hängen oder verfehlten das Ziel. So war es das Heimteam, das acht Sekunden vor dem Abpfiff mit dem 8:6 ins leere Tor alles klarmachte.

Bis zur 47. Minute und dem scheinbar wegweisenden 5:3 hatten die Vorteile munter von einer Seite zur anderen hin- und hergewechselt. Mit ihrem aufwendigen Forechecking trachteten die Bündner danach, Fehler zu provozieren und so tief in des Gegners Platzhälfte in Ballbesitz zu kommen. Zeitweise gelang ihnen dies auch. Aber auch die Winterthurer verstanden es, aus der offensiven Deckungsarbeit des Heimteams Nutzen zu ziehen.

Folgerichtig konnte sich in den ersten gut zwei Dritteln keine Mannschaft absetzen. Zum 1:0, 2:1 und 4:3 legte Rychenberg durch Lax, Niklaus Gassmann und Benjamin Borth dreimal vor und Malans glich aus, zum 3:2 wars umgekehrt, doch da konnte Mikko Hautaniemi wieder ausgleichen.

«Wir können es besser»

Dafür, dass seine Mannschaft in den letzten zehn Minuten ihren Zweitorevorsprung noch aus der Hand gab, machte Rychenbergs Trainer den Verlust der Kaltblütigkeit verantwortlich: «Malans musste nach unserem 5:3 kommen und kam auch», erklärte Kern. «Dadurch ergaben sich für uns Räume und Chancen, doch leider nutzten wir diese zu wenig geschickt.»

Für den weiteren Verlauf der Halbfinalserie gibt sich Kern kämpferisch: «Wir können es besser», und fügt gelassen hinzu: «Die Ausgangslage hat sich für uns nicht geändert. Wir müssen noch immer viermal gewinnen.» Der Tross wechselt nun von Maienfeld in die Winterthurer Eulachhalle 1. Dort werden am Samstag (Spielbeginn: 17 Uhr) das zweite und am Sonntag (18 Uhr) das dritte Spiel der Halbfinalserie ausgetragen werden. (rab)

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