Zum Hauptinhalt springen

Kostenlose ETH-App lotst Jogger zu Zürichs «gesündesten» Wegen

Die ETH macht Stadtzürcher Sportler glücklich: Seit wenigen Tagen ist eine von ETH-Forschern entwickelte Gratis-App erhältlich, die Sportlern auf einer Strecke von A nach B den schadstoffärmsten Weg aufzeigt. Die ETH prophezeit zudem: «Bald kann jedes Smartphone die Luftqualität messen.»

Ist die Luft rein? Diese Frage kann heute leider nirgendwo mehr auf der Welt mit Ja beantwortet werden. Immerhin gelingt es vielerorts, durch immer ausgeklügeltere Methoden detailliert aufzuzeigen, wo genau derzeit welche Luftbelastung herrscht. Das ist insofern relevant, als dass medizinische Studien zweifelsfrei belegen: Feinstaub erhöht das Herzinfarktrisiko und begünstigt Asthma, Bronchitis und Lungenkrebs. Feinste Partikel dringen in die Lunge und gar in die Blutbahnen ein und können so mit der Zeit die Gefässe verstopfen. Besonders alarmierend ist die neueste Erkenntnis, dass ent- sprechende Gesundheitsschädigungen bereits unterhalb der vorgeschriebenen Grenzwerte auftreten. Detailliertere Aussagen Das meiste Datenmaterial zu den Luftbelastungen in den Städten und Gemeinden lieferten bisher vor allem stationäre Messanlagen. Vor vier Jahren startete die ETH Zürich dann aber das Projekt Open Sense, das sich zum Ziel nahm, noch detailliertere Aussagen zur Luftbelastung in der Stadt Zürich machen zu können. Zu diesem Zweck hatten ETH-Forscher auf den Dächern von zehn Cobra-Trams mobile Messstationen installiert. Die schuhschachtelgrossen Boxen mit ihren hoch entwickelten Sensoren haben in den letzten Jahren den Grad der Luftverschmutzung entlang der Zürcher Tramlinien exakt aufgezeichnet. Mittlerweile konnten über 50 Millionen Messungen ausgewertet werden. Diese wurden kombiniert mit anderen frei zugänglichen Daten wie Verkehrsaufkommen und Häuserdichte, um auch die Lücke zwischen den Tram­linien zu füllen. Gratis-App «hRouting» Aufgrund dieser riesigen Datenmenge konnten zu Beginn dieses Jahres erstmals detaillierte Karten der Feinstaubbelastung in der Stadt Zürich präsentiert werden. Diese wiederum dienen jetzt als Basis für den neuesten Coup der ETH. Denn die Schadstoffdaten sind nun auch in einer benutzerfreundlichen und speziellen Form via Smartphone abrufbar. «Seit wenigen Tagen ist eine an der ETH entwickelte Gratis-App (hRouting) im App Store erhältlich, die sich insbesondere an Sportler und Spaziergänger richtet und ihnen in der Stadt Zürich den gesündesten Weg von A nach B aufzeigt», sagt ETH-Forscher David Hasenfratz, der die App entwickelt hat. «Wenn ich also beispielsweise von Wipkingen zum Limmatplatz joggen oder Rad fahren möchte, so wird mir auf der App einerseits der kürzeste Weg gezeigt und andererseits jene Strecke, auf der ich am wenigsten Schadstoffen ausgesetzt bin.» Die Benutzer der App (derzeit nur kompatibel mit Apple-Produkten wie iPhone und iPad) können so entscheiden, welche Strecke sie während einer bestimmten Zeit besser meiden sollten. Doch diese App scheint ohnehin nur ein Zwischenschritt zu sein. Denn: «Wir gehen davon aus, dass in naher Zukunft mit dem Einbau von hoch entwickelten Sensoren mit jedem Smartphone die aktuelle Luftqualität gemessen werden kann», sagt Hasenfratz. Dies sei für die ETH Zürich insofern interessant, «als dass es uns die Möglichkeit eröffnet, die Messdaten des Handybenutzers – vorausgesetzt, dass er uns die Daten zur Verfügung stellt – auszuwerten und somit unsere Luftbelastungskarten zu verfeinern». Denn es gibt nach wie vor Gegenden in der Stadt Zürich, wie zum Beispiel Waldgebiete und Parkanlagen, die für die ETH-Forscher noch relativ blinde Flecken sind. «Wir wären deshalb froh, wenn wir zusätzliche Daten erhalten könnten», sagt Hasenfratz.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch