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Krankenkassenprämien: Sanfter Anstieg vor Abstimmung

Im nächsten Jahr wird voraussichtlich über die Einheitskrankenkassen-Initiative abgestimmt. Als Gegenargument für den Systemwechsel konnte der Bund gestern einen der tiefsten Prämienanstiege präsentieren.

Um durchschnittlich 2,2 Prozent steigen 2014 die Krankenkassenprämien. Die Unterschiede zwischen den Kantonen, Kassen und Versicherungsmodellen sind zwar wie in jedem Jahr beträchtlich, dennoch konnte Gesundheitsminister Alain Berset gestern vergleichsweise harmlose Zahlen präsentieren. Der Aufschlag lag in früheren Jahren auch schon bei fast 10 Prozent. Zudem folgt 2014 das dritte «sanfte» Prämienjahr in Folge. Die SP, über deren Initiative für eine Einheitskrankenkasse das Volk bald zu entscheiden hat, deutete in einer Mitteilung an, der Prämienanstieg könnte im Hinblick auf den Abstimmungskampf bewusst tief gehalten worden sein. Pierre-Yves Maillard, sozialdemokratischer Gesundheitsdirektor aus dem Kanton Waadt, wurde noch deutlicher: «Stünde die Abstimmung über die Einheitskasse nicht bevor, wären die Prämien vermutlich stärker gestiegen». Es wäre nicht das erste Mal, dass sich Krankenkassenprämien im Nachhinein als zu tief erweisen: 2008 betrug der Anstieg lediglich 0,5 Prozent. Es stellte sich später heraus, dass dies vor allem dank des Abbaus von Reserven bei den Kassen möglich war. Angeordnet hatte das der Bundesrat. Die Folge war ein «Prämienschock» in den Jahren 2010 und 2011 – zusätzlich verschärft durch die Finanzkrise.Keine TricksGestern betonte SP-Bundesrat Berset allerdings, dass diesmal jeglicher Reservenabbau bei den Krankenkassen unterbunden worden sei. Der Prämienanstieg von 2,2 Prozent entspreche etwa der Kostensteigerung im Gesundheitswesen, die für das nächste Jahr erwartet werde. Der Bund stützt sich primär auf Schätzungen der Kassen, forderte aber auch von den Kantonen Zahlen an. Ob die Prognosen richtig waren, wird sich erst mit einiger Verzögerung zeigen. Berset sagte aber auch, dass das Kostenprobleme im Gesundheitswesen bei weitem nicht gelöst sei. Ein Grund für den erneuten Anstieg seien die explodierenden Spitalkosten. Auch bei den Arztpraxen stiegen die Kosten überdurchschnittlich stark. Erst seit Juli haben die Kantone wieder die Möglichkeit, einen Zulassungsstopp zu verhängen. Rund die Hälfte macht davon Gebrauch, Zürich gehört nicht dazu.Der Hauptkostentreiber ist laut Berset aber die Demografie, und diese lasse sich schwer beeinflussen. Die Leute werden immer älter, und ältere Leute verursachen höhere Gesundheitskosten. Kosten, die für viele Haushalte nicht mehr tragbar sind: Ein Drittel aller Versicherten erhält inzwischen die staatliche Prämienverbilligung.

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