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Krankenpfleger wegen Schändung verurteilt

Das Bezirksgericht hat einen Krankenpfleger des Zürcher Unispitals für schuldig befunden, sich an elf frisch operierten Patientinnen sexuell vergangen zu haben.

Das Bezirksgericht Zürich ist in seinem gestern eröffneten Urteil umfassend der Anklage gefolgt. Demnach hat der heute 47-jährige Krankenpfleger des Universitätsspitals Zürich in den Jahren 2008 bis 2011 an seinem Arbeitsplatz elf frisch operierte Patientinnen sexuell missbraucht. Der Täter nutzte dabei laut Gericht die spezielle Si­tua­tion der wehrlosen und zum Widerstand unfähigen Frauen aus.

Der Gerichtsvorsitzende Sebastian Aeppli führte aus, dass sich die elf Opfer nicht gekannt, den Beschuldigten jedoch gleich und glaubhaft belastet hatten. Das Gericht stufte die Aussagen der Frauen als überzeugend ein. Es sei zu übereinstimmenden Schilderungen über die Handlungen des Beschuldigten gekommen, führte Aeppli aus. Die von der Verteidigung geltend gemachten unerwünschten Nebenwirkungen eines Narkosemittels stufte das Gericht mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,01 Prozent als viel zu geringfügig ein. Die medizinisch zwar wachen, jedoch wehrlosen Privatklägerinnen wurden vielmehr durch die sexuellen Handlungen des Beschuldigten überrascht. Sie wurden von ihm an den Brüsten oder im Intimbereich berührt oder massiert.

Erhebliches Verschulden

Das Gericht ging von einem erheblichen Verschulden aus. So habe der aus Kroatien stammende Schweizer das Vertrauen in das Pflegepersonal beschädigt, sagte Aeppli. Trotz einer ­Verwarnung habe er unverfroren weiter delinquiert. Das Gericht folgte der Anklage und setzte nicht nur eine Freiheitsstrafe von vier Jahren, sondern auch ein dreijähriges Berufsverbot fest. Zudem ordnete das Gericht wegen Fluchtgefahr die Fortführung der ­Sicherheitshaft an. 825 Tage hat der ­Beschuldigte bereits abgesessen.

Er wurde grundsätzlich verpflichtet, den Privatklägerinnen Schadenersatz zu bezahlen. Wor­über ein Zivilgericht befinden wird. Zudem soll er neun Geschädigten ein Schmerzensgeld von je 10 000 Franken bezahlen. Die unterlegene Verteidigung des nicht geständigen Krankenpflegers kann den umstrittenen Fall an das Obergericht weiterziehen.

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