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Kreisel soll heikle Kreuzung entschärfen

Das Dorfzentrum von Kollbrunn wird umgestaltet. Beim Eingang soll ein Kreisel auf der Tösstalstrasse mehr Sicherheit bringen.

Die Kreuzung beim Dorfeingang Kollbrunn ist gefährlich: 18 Unfälle haben sich dort laut offizieller Statistik allein zwischen 2006 und 2011 ereignet. Die Probleme sind gemäss Ingenieuren bekannt: Auf der Tösstalstrasse rollt der Verkehr eher schnell, in den Seitenstrassen bilden sich oft Staus. Deshalb gibt mancher Autofahrer noch schnell Gas, wenn er endlich den unübersichtlichen Knoten erreicht. So kann es zu heiklen Si­tua­tio­nen oder Schlimmerem kommen.

Um die Gefahr zu entschärfen, plant der Kanton nun den Bau eines Kreisels. «Der Ort ist es wert», sagte Verkehrsingenieur Jan Wenzel am Donnerstag an einem Infoabend. Sein Büro hatte für das kantonale Amt für Verkehr eine Vorstudie verfasst. Ein Kreisel drossle das Durchschnittstempo und führe zu einem besseren Verkehrsfluss. Profitieren dürften nicht nur die Autofahrer, sondern auch ÖV-Pendler. Denn heute hat das Postauto von Pfäffikon her fast jeden Abend Mühe, die S26 nach Winterthur zu erreichen – vor allem wenn es in Pfäffikon zu spät losfährt und auf der Weisslingerstrasse im Stau steht.

Doch der Kreisel ist nicht die einzige Verkehrsmassnahme, mit der das Dorfzentrum von Kollbrunn aufgewertet werden soll. Die Dorf- und Bolstern- strasse werden auf rund einem halben Kilometer Länge umgestaltet. Vorgesehen sind zum Beispiel eine Tempo-30-Zone, schmalere Strassenabschnitte sowie frische Zebrastreifen und Bäume. «Wir wollen eine höhere Lebensqualität und sichere Lösungen für Fussgänger und Velofahrer», sagte Gemeindepräsident Martin Lüdin (FDP).

Gründe für die Neugestaltung gibt es einige. Im Dorf gibt es Schleichverkehr aus der Ostschweiz, aber auf relativ engem Raum befinden sich auch Schule und Kindergarten, Restaurants, Gewerbe und reformierte Kirche. Ausserdem plant die Gemeinde eine grosse Mehrzweckhalle, und die SBB sind dar- an, einen neuen Bahnhof zu bauen.

«Super, dass etwas geht»

Dass im Zen­trum etwas gehen muss, ist unbestritten. Das Echo auf die präsentierte Ideenskizze war denn auch nicht schlecht. «Ich finde es super, dass endlich etwas geschieht», sagte ein Mann am Ende der Veranstaltung und erntete dafür Applaus.

In der Diskussion hatte es aber auch Kritik an einzelnen Punkten gegeben; in Frage gestellt wurde insbesondere der Kreisel beim Dorfeingang. Ein Mann äusserte Bedenken, bei geschlossenen Bahnbarrieren im Dorfkern bilde sich rasch ein Stau bis zur Tösstal- strasse und blockiere den ganzen Knoten. Es komme bereits heute vor, dass Chauffeure auf der Dorfstrasse die Tür öffneten, damit die Pendler am Stau vorbei auf den Zug sprinten könnten. Die Si­tua­tion werde mit einem Kreisel eher schlimmer, fand er und forderte eine Ampel mit Busbevorzugung.

Die Ingenieure auf dem Podium verteidigten den Kreisel. Ein Lichtsignal erforderte Aufstellspuren aus allen vier Richtungen, wofür der Platz zu knapp und der städtebauliche Eingriff zu massiv wäre. Zudem betonten sie, die Barrieren würden künftig weniger lange schliessen, was Verkehrsfluss und Postauto entgegenkomme. Auch aus dem Publikum kam Unterstützung für den Kreisel. «Wer sich aufregt, weil er ein, zwei Minuten warten muss, soll einmal nach Zürich. Dort wartet man viel länger», sagte ein Mann.

Wie Urs Günter vom Amt für Verkehr zum Schluss sagte, wäre notfalls eine Steuerung des Kreisel per Lichtsignal denkbar. Gemeinde, Kanton und Ingenieure gehen jetzt nochmals über die Bücher. Der Baustart für die ganze Umgestaltung erfolgt gemäss aktuellem Fahrplan nicht vor 2018. (flu)

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