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Krippen im künstlichen Schnee

Eine glitzernde Schneelandschaft mit kleinen Iglus, in welchen sich das Jesuskind mit seiner Gefolgschaft versteckt. Und dazwischen Kinder, die von einem Iglu zum anderen rennen, manchmal gebremst von ihrer Oma oder einer Kindergärtnerin. Die Krippenausstellung im Landesmuseum ist ein Anziehungspunkt für junge Gäste.

«Hast du gesehen, ganz hinten hat es einen Elefanten.» Und: «Du, diese Krippe dort ist aus der Schweiz.» Die Kinder – und die Erwachsenen – sind begeistert, von den Krippen wie auch von der künstlichen Schneelandschaft, die für die Ausstellung im Untergeschoss des Landesmuseums aufgebaut wurde. Und auch am grossen Tisch, an dem die Kinder Bücher anschauen und später basteln können, haben sie ihre helle Freude. Die funkelnde Weihnachtslandschaft wurde vom Bildhauer Jan Vagner gestaltet. Die Krippen sind in der Mehrheit Leihgaben aus der privaten Sammlung «Krippenwelt Stein am Rhein». Orientalisch aus Barcelona Am meisten Aufmerksamkeit erregt die reich ausgestattete Krippe aus Barcelona, die sich im Iglu in der Mitte der Ausstellung befindet. Das Jesuskind liegt unter Palmen, während Hirten und Könige auf Elefanten oder Kamelen angeritten kommen, um ihre Gaben zu überbringen. Die Krippe aus den 1960er-Jahren ist im orientalischen Stil gestaltet und wird von Figuren aus Ton bevölkert, deren aufwendige Kleider in Zuckerwasser getränkt und direkt an den Figuren geformt wurden. Jurte statt Stall Aber auch die Krippe aus Kirgistan ist etwas ganz Besonderes und stösst bei den Kindern auf Begeisterung: Hier liegt das Jesuskind in einer Jurte und nicht in einem Stall. Die Krippenfiguren aus Filz wurden 2005 in einem Frauenhilfsprojekt gefertigt. In ländertypischer Szenerie sind auch die Krippen aus Peru, Korea und Polen gestaltet. Die Figuren aus Korea tragen Landestrachten aus Seide und die Heiligen Drei Könige aus Peru sind in traditionelle Gewänder von Shipibo-Indianern, Gauchos und Hochlandindios gehüllt. Ein eher schauerlicher Anziehungspunkt ist die Tragekrippe aus Polen, mit einer Kirche aus Buntpapier und Staniol: Die Kirche zeigt den Tod und den Teufel. Sie umkreisen den Herodes und verspotten ihn, weil er die Geburt des Jesuskindes nicht verhindern konnte. Gleichzeitig huldigen unten in der Krypta die Heiligen Drei Könige dem Christkind. Holzkrippe aus der Schweiz Aus der Schweiz stammt die reiche Holzkrippe mit Stall. Sie wurde 1915 vom Holzbildhauer Hans Huggler-Wyss entworfen. Es ist die erste handgeschnitzte Krippe der Schweiz und steht für das hohe Niveau der Holzbildhauerei in Brienz BE, die dort Tradition hat seit dem 19. Jahrhundert. Zu den Krippen aus den verschiedenen Ländern gesellt sich eine museumseigene Krippe aus dem 18. Jahrhundert. Sie kommt aus dem Frauenkloster St. Anna in Luzern. Die grossen Figuren, die zwischen 50 und 78 Zentimeter hoch sind, weisen dar­auf hin, dass sie früher in einer Kirche gezeigt wurden. Krippen sind erst seit dem 14. Jahrhundert mit Jesuskind, Ochs, Esel und den Heiligen Drei Königen ausgestattet. Maria und Josef kamen noch später hinzu. Die Krippe aus Luzern zeigt die Heilige Familie, das in Bänder gewickelte Jesuskind und die drei Könige mit Mänteln aus kostbaren Stoffen. Aus dem Kloster St. Katharinental im Kanton Thurgau stammt der erstmals ausgestellte Schrein mit Jesuskind. Das Jesuskind ist in Bänder gewickelt und liegt in einem mit Rokoko-Ornamenten verzierten Kästchen aus dem 18. Jahrhundert. Platz zum Spielen Neben den prächtigen Krippen bietet die Weihnachtsausstellung viel Platz zum Spielen für die Kinder. Um die Weihnachtsgeschichte und Lieder zu hören, können sie sich in einen Schneehügel verkriechen. Dazu gibt es Bastelstunden für Kinder ab fünf Jahren und Familienführungen.

www.landesmuseum.ch

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