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Kritik an alt Bundesrätin Ruth Metzler wegen Sitzungsgeldern

Alt Bundesrätin Ruth Metzler wird kritisiert, weil sie 2012 als Verwaltungsrätin des Spitalverbundes Appenzell Ausserrhoden 137'000 Franken entgegengenommen hat. Zweimal nahm sie an einem Tag an drei Sitzungen teil und stellte 1000 Franken in Rechnung - pro Sitzung.

Die "Ostschweiz am Sonntag" berichtete in ihrer jüngsten Ausgabe darüber. Nicole Graf Strübi, Leiterin Marketing und Kommunikation beim Spitalverbund (SVAR), bestätigte am Montag, dass der siebenköpfige Verwaltungsrat des 2012 in die öffentlich-rechtliche Selbständigkeit entlassenen SVAR rund 548'000 Franken kassierte.

Dass Ruth Metzler, die Vizepräsidentin des Verwaltungsrats, 2012 an zwei Tagen jeweils an drei Sitzungen teilnahm und dafür pro Sitzung 1000 Franken in Rechnung stellte, bestätigte Graf Strübi ebenfalls.

Mediale Kritik

Die Kommentatorin der "Appenzeller Zeitung", das Blatt gehört wie die "Ostschweiz am Sonntag" zum "St. Galler Tagblatt", schrieb am Montag: "Wenn die Innerrhoder alt Bundesrätin Ruth Metzler den Spielraum bis zur Schmerzgrenze ausgereizt und dem Kanton Appenzell Ausserrhoden am gleichen Tag drei Sitzungen à 1000 Franken in Rechnung gestellt hat, tat sie nichts Ungesetzliches - anständig war es nicht".

Ruth Metzler wollte den Kommentar in der "Appenzeller Zeitung" am Montag gegenüber der sda nicht kommentieren. Sie sagte, sie könne durchaus verstehen, wenn jemand, der die Zusammenhänge nicht kenne, erschrecke, wenn er von den hohen SVAR-Verwaltungshonoraren höre.

Gerechtfertigt seien sie 2012 aber gewesen. Sie und die anderen Verwaltungsräte hätten operativ tätig werden müssen, weil operative Defizite in der Führung bestanden hätten und zudem der Geschäftsführer, der Finanzchef und der Personalchef des SVAR nacheinander gingen. Die Verwaltungsräte hätten selber angepackt, statt Berater beizuziehen, die entschädigt hätten werden müssen.

Darüber hinaus sei der Verwaltungsrat, insbesondere der Präsident und sie als Vizepräsidentin stark in das von den beiden Regierungen der Kantone Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden lancierte Projekt für einen gemeinsamen Spitalverbund Appenzellerland involviert gewesen.

Verordnung erlassen

Die Honorare des SVAR-Verwaltungsrats, dem von Amtes wegen auch Finanzdirektor Köbi Frei (SVP) angehört, waren im Mai 2013 bei der Beratung der Staatsrechnung Thema im Ausserrhoder Kantonsrat.

Der Regierungsrat erliess darauf eine Verordnung über die Entschädigungen des SVAR-Verwaltungsrats, die seit Anfang dieses Jahres in Kraft ist. Neu gibt es ein Sitzungsgeld von 500 Franken für eine halbtägige Sitzung und 1000 Franken für eine ganztägige.

(sda)

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