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Kritiker des Poloparks vorerst zufrieden

Die ehrgeizigen Erweiterungspläne des Poloparks haben in Hettlingen einigen Wirbel verursacht. Dass sich der Gemeinderat jetzt gegen das Vorhaben ausspricht, nehmen die Kritiker mit Genugtuung zur Kenntnis.

Konrad Wepfer zollt dem Gemeinderat Respekt: «Er hat sich spät, aber nicht zu spät mit den Fakten befasst und sich bewegt – das braucht Mut.» Und Jakob Keller findet es «schön», dass der Gemeinderat aufgrund der Tatsachen am Ende so entschieden habe. Entschieden hat der Gemeinderat, er werde die umstrittene Erweiterung des Poloparks nicht mehr unterstützen und stattdessen der Regionalplanung Winterthur und Umgebung (RWU) beantragen, das Geschäft zurückzuweisen. Dies teilte Bauvorstand Markus Bos- sart am Mittwochabend der Gemeindeversammlung mit. Die Polo Park Zürich AG aus Seuzach will ihr Gebiet um rund 15,5 Hekt- aren Land auf Hettlinger Boden erweitern, was einer Verdoppelung entspricht. Das Stammgebiet in Ohringen und die Pferdezucht von Klubpräsident Markus Gräff im Gebiet Worbig könnten damit verbunden werden. Vorgesehen sind unter anderem ein weiteres Polofeld und eine Trainingsbahn. Ursprünglich hat der Gemeinderat die Pläne des Poloclubs unterstützt, der laut Homepage der «kopfstärkste» Klub der Schweiz ist. Doch dann wurde publik, dass das «Herzstück» der Pläne – die Parzelle 41 – gar nicht dem Poloclub oder Gräff gehört, sondern dem Landwirt Ueli Rindlisbacher. Und dass der auch nicht willens ist, sein Land für das Ausbauprojekt des Poloparks zur Verfügung zu stellen. Aus diesem, aber auch einigen anderen Gründen kam im Winter Kritik auf, und der Gemeinderat änderte die Meinung ein erstes Mal. Wie etliche Privatpersonen reichte er bei der RWU eine Einwendung ein und forderte, das heikle Grundstück solle vom Projekt ausgenommen werden. Dass er seine Position jetzt noch einmal revidiert hat, begründet er mit neuen Fragen, die nicht zufriedenstellend beantwortet wurden. Dabei ging es unter anderem um den Nutzen des grösseren Poloparks für die Hettlinger Bevölkerung, wie Gemeindepräsident Bruno Kräuchi nach der Versammlung sagte. Formell muss die RWU nämlich entscheiden, ob die Parzellen künftig als Erholungsgebiet gelten sollen. Dies würde planungsrechtlich bedingen, dass die Gesamtbevölkerung davon profitieren würde. Diesen Nachweis blieb der Polopark allerdings schuldig, wie Kräuchi sagte. Details ausgeklammert Der Gemeinderat habe sich anfangs «zu wenig intensiv» mit dieser Frage befasst, räumt Kräuchi ein. «Wir gingen davon aus, dass es in einem ersten Schritt an den RWU-Delegierten war, über den Richtplaneintrag zu entscheiden.» Detailfragen wie etwa der Verkehrserschliessung wollte man sich in einem späteren Verfahren widmen. Die Gemeinde hätte in jedem Fall noch das Land umzonen und den Zonenplan anpassen müssen, was nicht ohne Urnenabstimmung möglich gewesen wäre. Die Chancen des Poloparks auf Realisierung der Pläne sind nun gesunken, gescheitert ist das Vorhaben aber noch nicht. Die RWU-Versammlung findet am 25. Juni statt, nach einer Rückweisung hätte Polopark-Präsident Markus Gräff Gelegenheit, das Projekt zu überarbeiten. Sollte er sich dazu entscheiden, erwarte der Gemeinderat, dass er den Nutzen für die Bevölkerung aufzeigen könne, sagt Kräuchi. Gräff selber zeigte sich gestern enttäuscht, verzichtete aber auf eine Stellungnahme. Auf der andern Seite sind Wepfer und Keller, die die Erweiterung bei der RWU kritisiert haben, vorerst zufrieden. Wepfer zeigt sich erleichtert und spricht von einem «Teamerfolg». Etliche Leute hätten starke Argumente zusammengetragen, die überzeugt hätten. Er hoffe jedoch, der Gemeinderat werde in Zukunft ähnliche Anträge von Anfang an enger bearbeiten.

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