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«Kulturkirche» sucht Kultur

Aus der Kirche Rosenberg soll ein Kulturzentrum werden, doch was das genau heisst, ist unklar. Sicher ist nur, was nicht mit der Kirche geschieht: Sie wird nicht zum Warenhaus und sie wird nicht verkauft.

Die Zahl der offenen Fragen ist noch grösser als die der beantworteten. Doch einige Pflöcke hat die Arbeitsgruppe eingeschlagen, die seit dem Winter über dem Dossier «Kirche Rosen­berg» brütet. Sicher ist: Der Bau wird nicht abgerissen und auch nicht verkauft, und er wird weiterhin für kirchliche Zwecke genutzt – aber nicht ausschliesslich. Neu soll das Gebäude auch als Kulturzentrum dienen. Welche Veranstaltungen darin stattfinden werden, sei noch völlig offen, sagt der Informationsbeauftragte der Reformierten Kirchgemeinden der Stadt, Peter Meier. Mit «Kultur» sei explizit nicht nur «Hochkultur» gemeint: «Es sollen nicht permanent Bach und Mozart gespielt oder Chagall-Bilder gezeigt werden wie in einem Kunstmuseum.» Auch alternative und experimentelle Kultur soll ihren Platz finden. An die sechsköpfige Arbeitsgruppe sind von verschiedener Seite Wünsche herangetragen worden. Bei der Stadt möchte man, dass die Kirche weiter für Trauergottesdienste genutzt werden kann, weil sie direkt neben dem Friedhof Rosenberg liegt. Die Kapelle auf dem Friedhof ist für viele Andachten zu klein. Kirchgänger aus der Nachbarschaft wünschen sich, dass Gottesdienste möglich bleiben. «Kann ich weiter in die Kirche?», wollten sie von den Verantwortlichen am Infoabend wissen, an dem am Mittwoch in der Kirche gegen 100 Personen teilnahmen. Etwas Kommerz, nicht zu viel Das solle alles möglich bleiben, sagt Meier. Gleichzeitig hofft er, dass der Denkmalschutz Eingriffe im Innern der Kirche erlauben wird. Die Bänke sollen künftig vorüber­gehend entfernt werden können, zum Beispiel um Platz für eine Installation zu schaffen. Renovationsarbeiten seien sowieso unumgänglich. Die moderne Kirche mit ihrer eigenwilligen Architektur ist zwar nicht geschützt, steht aber auf der Liste der schützenswerten Gebäude der Stadt. Das vage Konzept einer «Kultur­kirche» soll bis im nächsten Frühling in ein konkretes Projekt umgesetzt werden; im Herbst wollen die Verantwortlichen über den Zwischenstand in­formieren. Erst wenn die Nutzung der Kirche feststeht, soll über das Umland diskutiert werden. Dieses umfasst immerhin eine Fläche von 7000 Quadratmetern. Ein Verkauf des Landes «steht nicht im Vordergrund», sagt Meier, anders als bei der Kirche ist er aber auch nicht ausgeschlossen. Neubauten sind denkbar, «wenn sie ins Gesamtkonzept passen». Eine «Profitmaximierung» strebe man nicht an, allerdings sei möglich, dass das Umfeld der Kirche den Betrieb des Kulturzentrums in Zukunft mitfinanziert. «Die Kirche selbst wird aber sicher nicht zu einem Restaurant oder Warenhaus werden.»

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